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10. Juni 2013, 10:29 Uhr

Umfrage

Studie prognostiziert sinkende Wahlbeteiligung

In Deutschland wächst die Zustimmung zum politischen System. Gleichzeitig schwindet die Bereitschaft abzustimmen. Eine Studie sagt deshalb eine sinkende Beteiligung an der nächsten Bundestagswahl voraus.

Gütersloh - Immer weniger Deutsche werden sich an Wahlen beteiligen. Das geht aus einer neuen Studie der Bertelsmann Stiftung und des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor. Grund für die Wahlmüdigkeit sei aber nicht Frust oder Protest, sondern eine wachsende Gleichgültigkeit.

Vor allem einkommensschwache und bildungsferne Menschen verabschieden sich demnach aus der aktiven Teilhabe an Demokratie. "Je geringer der Sozialstatus und je größer das politische Desinteresse im Freundeskreis, desto weniger wahrscheinlich wird der Gang zur Wahlurne", heißt es in der Studie, für die 1548 Menschen ab 16 Jahre befragt und die Daten zur Wahlbeteiligung der vergangenen Jahre analysiert wurden.

So lag die Beteiligung an Bundestagswahlen bis Mitte der achtziger Jahre noch bei 90 Prozent. Im Jahr 2009 waren es aber schon nur noch knapp über 70 Prozent. Grund sei in erster Linie, dass immer mehr Einkommensschwache und Bildungsferne am Wahlsonntag zu Hause blieben. "Aktuell sagen 68 Prozent aus der oberen Schicht, dass sie bei der Bundestagswahl in jedem Fall wählen werden. In der unteren Schicht sind es dagegen nur 31 Prozent."

Zugleich wachse die allgemeine Zufriedenheit mit der Demokratie und dem politischem System, hieß es. Dies gelte besonders für die Ostdeutschen: 2003 äußerten sich lediglich 47 Prozent der Ostbürger zufrieden, inzwischen tun dies 74 Prozent (West: von 72 auf 84). Nur elf Prozent der Bundesbürger geben an, mit der Demokratie unzufrieden zu sein. Zehn Jahre zuvor waren es 29 Prozent.

Besonders überraschend: Eine wachsende Mehrheit der Bürger (65 Prozent) macht der Studie zufolge durchaus große Unterschiede zwischen den im Bundestag vertretenen Parteien aus. Lediglich 24 Prozent finden demnach aktuell, die Parteien seien im Grunde alle gleich. Zu Beginn der neunziger Jahre sagten das noch 31 Prozent.

als/dpa

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