Stuttgart 21 Abriss des Bahnhofssüdflügels beginnt

Jetzt rollen die Bagger. Der Südflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs wird für das Bahnprojekt Stuttgart 21 abgerissen. Unter Protesten haben die Arbeiten begonnen, die S21-Gegner waren zuvor mit einem Eilantrag gescheitert.  
Südflügel des Hauptbahnhofs in Stuttgart: Proteste gegen Abriss

Südflügel des Hauptbahnhofs in Stuttgart: Proteste gegen Abriss

Foto: Oskar Eyb/ dpa

Stuttgart - Am Stuttgarter Hauptbahnhof hat am Montagnachmittag der Abriss des Südflügels begonnen. Bagger begannen damit, das bereits entkernte Gebäude abzutragen. Es gab Proteste gegen die Arbeiten, doch zunächst blieb die Lage weitgehend ruhig.

Gegner des Projekts Stuttgart 21 waren kurz zuvor mit ihrem Protest gegen den Abriss des Bahnhofssüdflügels vor Gericht gescheitert. Am Montag lehnte der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim nach eigenen Angaben einen entsprechenden Eilantrag ab. Der Enkel des Bahnhofsarchitekts Paul Bonatz, Peter Dübbers, wollte zusammen mit fünf anderen Stuttgarter Bürgern damit die Bauarbeiten stoppen, solange Stuttgart 21 nicht vollständig genehmigt ist.

In der Nacht zum Montag hatten noch mehrere hundert Demonstranten gegen den geplanten Abriss protestiert und die Zufahrten zum Südflügel blockiert. Die Proteste wurden von der Polizei aufgelöst, größeren Widerstand gab es nicht.

Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) erklärte zur Begründung, in einem Planfeststellungsverfahren könne sich Dübbers nicht auf das Urheberrecht seines Großvaters berufen. Das Gericht warf dem Bonatz-Enkel darüber hinaus vor, mit seinem Antrag bis zuletzt gewartet zu haben, obwohl ihm der Abriss seit langem bekannt gewesen sei.

Der VGH stellte allerdings klar, dass der Eilantrag auch dann erfolglos geblieben wäre, wenn Dübbers ererbtes Urheberrecht als Grundlage für dessen Begehren in Betracht gekommen wäre. So hätte man der Bahn nur dann einen Weiterbau untersagen können, wenn der Planfeststellungsbeschluss in Teilen wieder hätte geändert werden müssen. Der VGH-Beschluss ist nach Gerichtsangaben unanfechtbar.

Vergangene Woche hatten die Stuttgart 21-Gegner eine weitere Niederlage erlitten. Die umstrittenen Baumfällarbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 wurden am Donnerstag genehmigt. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) gab der Bahn am Donnerstag die Erlaubnis, im Schlossgarten rund 176 Bäume zu fällen oder verpflanzen.

Für das umstrittene Großprojekt Stuttgart 21 müssen beide Seitenflügel des alten Bahnhofs weichen. Der Nordflügel war im August 2010 abgerissen worden. Mitte Januar hatten 1.700 Polizisten die Einrichtung der Baustelle am Südflügel abgesichert. Seitdem liefen die Entkernungsarbeiten. Der Abriss soll rund acht Wochen dauern.

fab/dapd
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