Stuttgart 21 Eisenbahnbundesamt verbietet Fällen weiterer Bäume

Bei Missachtung droht eine Strafe in Höhe von 250.000 Euro: Das Eisenbahnbundesamt hat der Bahn vorerst untersagt, weitere Bäume im Stuttgarter Schlossgarten zu fällen. Bevor die Arbeiten fortgesetzt werden, muss das Unternehmen Pläne zum Schutz des gefährdeten Juchtenkäfers vorlegen.

Arbeiter im Stuttgarter Schlossgarten: Lebensraum des Juchtenkäfers bedroht?
AFP

Arbeiter im Stuttgarter Schlossgarten: Lebensraum des Juchtenkäfers bedroht?


Stuttgart - Die Deutsche Bahn darf im Stuttgarter Schlossgarten vorerst keine Bäume mehr fällen - das geht aus einer Anordnung des Eisenbahnbundesamtes (EBA) hervor. Für das umstrittene Projekt Stuttgart 21 dürften keine Rodungen mehr durchgeführt werden, bis ein Plan zum Schutz des Juchtenkäfers und seines natürlichen Lebensraumes vorgelegt werde, heißt es in dem Schreiben.

Der Juchtenkäfer lebt unter anderem im Stuttgarter Schlossgarten und war von der EU als schützenswert eingestuft worden. Naturschützer befürchten durch das Fällen der Bäume einen Verstoß gegen den Artenschutz. Das EBA verfügte zusätzlich, dass auch ein Plan zum Schutz von Fledermäusen vorgelegt werden müsse. Solange das nicht geschehen ist, dürften keine weiteren Bäume gefällt werden. Bei einer Zuwiderhandlung drohe ein Zwangsgeld in Höhe von 250.000 Euro. Allerdings sollten laut Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus vorerst ohnehin keine weiteren Bäume gefällt werden.

Schon vor der umstrittenen Rodung in der Nacht auf vergangenen Freitag hatte das EBA naturschutzrechtliche Zweifel angemeldet. Nach eigener Darstellung einigte sich die Bahn jedoch noch am späten Donnerstagabend mit der Behörde, so dass um kurz vor ein Uhr die erste Bäume gefällt wurden. Die Naturschutzorganisation BUND und die Initiative "Parkschützer" haben Anzeige gegen die Bahn erstattet.

hut/dpa

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