Stuttgart Lehrerin darf kein Kopftuch tragen

Die Stuttgarter Grundschullehrerin Doris Graber muss ihr aus religiöser Überzeugung getragenes Kopftuch in der Schule abnehmen. Das entschied jetzt das Oberschulamt.


Stuttgart - In einer Verfügung der Behörde wird die Pädagogin aufgefordert, ihre Kopfbedeckung abzulegen, wenn sie in dienstlichen Kontakt mit den Schülern kommt. Bei Lehrertreffen oder Pädagogischen Tagen, an denen die Schüler schulfrei haben, könne sie ihr Kopftuch umbinden, ebenso bei Begegnungen mit Schülern in ihrer Freizeit.

Das Oberschulamt begründete ihre Entscheidung damit, dass die Beamtin mit dem Tragen des Kopftuches die gebotene Neutralitätspflicht verletze. Sie bekunde dadurch ihren islamischen Glauben. Graber konvertierte 1995 vom Katholizismus zum Islam. Sie ist mit einem Moslem verheiratet. Graber kann gegen die Anweisung innerhalb eines Monats Widerspruch beim Oberschulamt einlegen.

Auch Fereshta Ludin darf kein Kopftuch tragen
DPA

Auch Fereshta Ludin darf kein Kopftuch tragen

Vor kurzem war die Klage der in Baden-Württemberg ausgebildeten Lehrerin Fereshta Ludin auf Einstellung in den öffentlichen Schuldienst aus ähnlichen Gründen abgelehnt worden. Ludin will notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.



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