Prozess in Stuttgart Mutmaßlicher Islamist flieht ins Ausland

Der Stuttgarter Staatsanwaltschaft ist ein angeblicher Islamist durch die Lappen gegangen. Während des laufenden Prozesses ist der Angeklagte offenbar zu seiner Familie nach Ägypten geflohen. Das Gericht will den Prozess dennoch weiterführen.

Stuttgart - Während eines laufenden Prozesses vor dem Stuttgarter Landgericht hat sich ein angeklagter mutmaßlicher Terrorist ins Ausland abgesetzt. Das Verfahren werde aber fortgeführt, sagte ein Gerichtssprecher am Montag, nachdem der 35-Jährige am Morgen nicht zur Verhandlung gekommen war. Der Mann saß nicht in Untersuchungshaft. Sein Anwalt sagte den "Stuttgarter Nachrichten", sein Mandant sei "offenbar zu seiner Familie" nach Ägypten ausgereist.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm und einem 32 Jahre alten Mitangeklagten die Bildung einer kriminellen Vereinigung in Ulm und Neu-Ulm vor. Ziel sei es gewesen, Muslime und Konvertiten zu radikalisieren, um diese für den Dschihad zu gewinnen. Den Angeklagten drohen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren.

Der Gerichtssprecher sagte, ein Haftbefehl gegen den 35-Jährigen sei aufgehoben gewesen. Nach einem Beschluss des Gerichts könne der Mann auch verurteilt werden, wenn er nicht anwesend sei. Vor Gericht hatte der Angeklagte bestritten, junge Muslime für den Heiligen Krieg angeworben zu haben.

ade/dpa
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