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30. September 2010, 22:37 Uhr

Stuttgarter Bahnhof

BUND will Fällen der Bäume gerichtlich stoppen lassen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz sieht Verstöße gegen den Artenschutz: Daher versucht die Organisation nun, die Baumfällarbeiten für das umstrittene Projekt "Stuttgart 21" vom Verwaltungsgericht der baden-württembergischen Landeshauptstadt ausbremsen zu lassen.

Stuttgart - Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) will die Baumfällarbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 mit einer einstweiligen Anordnung stoppen lassen. Ein entsprechender Antrag ging am Donnerstag beim Verwaltungsgericht Stuttgart ein und wird geprüft, wie eine Gerichtssprecherin bestätigte.

Am Donnerstagabend gab es zunächst keine Entscheidung über den Antrag. Die Bauherrin DB Netz AG und das Regierungspräsidium Stuttgart als zuständige Behörde hätten bis Freitagmittag Zeit, sich zu äußern, hieß es. Die Baumfällaktion sollte in der Nacht zum Freitag beginnen. Am Abend protestierten jedoch noch immer Tausende gegen die Räumung von Teilen des Parks für die Arbeiten. Polizisten begannen damit, Aktivisten von den Bäumen zu holen. Spezialkräfte setzten einen Kran mit Hebebühne ein. Außerdem versuchten Beamte vier Aktivisten, die sich um einen Baum herum angekettet hatten, loszueisen.

Der BUND-Landesverband argumentiert in dem Antrag mit Verstößen gegen den Artenschutz. Besonders Fledermäuse und Juchtenkäfer in den Bäumen seien vom Fällen der Bäume für den Bau des unterirdischen Bahnhofs betroffen. Daher müsse es solange einen Baustopp geben, bis in einem neuen Verfahren oder durch eine Ergänzung der Baupläne die artenschutzrechtlichen Bedenken aus dem Weg geräumt würden.

wit/dpa

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