Treffen der G7-Entwicklungsminister Schulze wirft Putin vor, Hunger »als Waffe« einzusetzen

Die Entwicklungsminister und -ministerinnen der G7-Länder sind zu Beratungen in Berlin zusammengekommen. Von der deutschen Ressortchefin Svenja Schulze gab es deutliche Worte Richtung Kreml.
Entwicklungsministerin Svenja Schulze in Berlin: »Es drohen Hungersnöte, weil Putin den Hunger gezielt als Waffe einsetzt«

Entwicklungsministerin Svenja Schulze in Berlin: »Es drohen Hungersnöte, weil Putin den Hunger gezielt als Waffe einsetzt«

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hat Kremlchef Wladimir Putin vorgeworfen, bewusst Hungersnöte auszulösen: »Es drohen Hungersnöte, weil Putin den Hunger gezielt als Waffe einsetzt. Dem müssen wir ein neues Bündnis für globale Ernährungssicherheit entgegensetzen«, sagte Schulze bei einem Treffen der G7-Entwicklungsminister und -ministerinnen in Berlin.

Sie forderte die führenden westlichen Industrienationen (G7) zu gemeinsamen Anstrengungen gegen Hungersnöte als Folge des Kriegs in der Ukraine auf: »Die schrecklichen Folgen von Russlands Angriffskrieg gehen weit über die Ukraine hinaus«, erklärte Schulze.

Beratungen über Wiederaufbau der Ukraine

Die Entwicklungsminister und -ministerinnen der G7-Staaten beraten bis Donnerstag über aktuelle Herausforderungen von der Ernährungskrise über den Klimawandel bis hin zum Wiederaufbau einer freien Ukraine, die auch ein weltweit wichtiger Exporteur von Getreide ist. Der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal wird virtuell an der Sitzung teilnehmen. Schulze hat auch Indonesien, das dieses Jahr den G20-Vorsitz hat, Indien, Senegal sowie den Leiter des Uno-Entwicklungsprogramms UNDP, Achim Steiner, und Weltbank-Direktor David Malpass eingeladen.

Auf dem Treffen soll das Bündnis für globale Ernährungssicherheit offiziell gestartet werden. Schulze hatte das Bündnis im April gemeinsam mit Malpass vorgeschlagen, um zusätzliche Finanzierung und eine enge Koordination der Maßnahmen zur Ernährungssicherheit zu gewährleisten.

Zu Jahresbeginn hatte Deutschland die einjährige Präsidentschaft der G7 von Großbritannien übernommen. Der Gruppe gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA an. Auch die Europäische Union nimmt an den Treffen der G7 teil.

col/dpa