Einsatz in Syrien Bundeswehr beteiligt sich erstmals an Luftangriffen gegen IS

Zum ersten Mal hat Deutschland die Luftangriffe gegen den "Islamischen Staat" in Syrien unterstützt: Wie die Bundeswehr mitteilte, war ein Airbus fünf Stunden lang in der Luft, um Kampfjets der internationalen Anti-Terror-Koalition zu betanken.
Airbus A310 MRTT bei der Treibstoffübernahme (Archivbild): Erster Einsatz der Syrien-Mission

Airbus A310 MRTT bei der Treibstoffübernahme (Archivbild): Erster Einsatz der Syrien-Mission

Foto: DPA/Bundeswehr/Marc Thöne

Ein Flugzeug der deutschen Luftwaffe hat in der Nacht zu Mittwoch zweimal Kampfjets der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) betankt. Das sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr der Nachrichtenagentur dpa. Der Bundeswehr-Airbus vom Typ A310 MRTT sei insgesamt fünf Stunden lang in der Luft gewesen.

Damit hat sich die Bundeswehr erstmals am Kampfeinsatz gegen den IS in Syrien beteiligt. Über die Nationalität der betankten Kampfjets gab das Einsatzführungskommando keine Auskunft. An den Angriffen gegen den IS in Syrien und im Irak nehmen neben französischen auch US-amerikanische, britische und arabische Flugzeuge teil.

Der Bundestag hatte die deutsche Beteiligung an den Einsätzen gegen den IS am 4. Dezember beschlossen, es war eine Reaktion auf die Terrorserie in Paris. Im Januar sollen auch sechs deutsche "Tornado"-Aufklärungsflugzeuge den IS ausspähen. Außerdem schützt ein deutsches Kriegsschiff den Flugzeugträger "Charles de Gaulle", von dem französische Kampfjets starten.

Es ist der dritte offensive Kampfeinsatz in der 60-jährigen Geschichte der Bundeswehr - nach der Beteiligung am Kosovo-Krieg 1999 und dem Nato-Kampfeinsatz in Afghanistan, der 2014 endete. Die Bundeswehr wird sich mit bis zu 1200 Soldaten an der Mission beteiligen .

Die Bundesregierung geht davon aus, dass der Einsatz durch mehrere Uno-Resolutionen und durch die Charta der Vereinten Nationen gedeckt ist. Die Linke im Bundestag sieht das anders und behält sich eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht vor.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte kürzlich um weitere Unterstützung der Bundeswehr über den bisher beschlossenen Militäreinsatz hinaus gebeten. Kanzlerin Angela Merkel lehnte dies ab: "Ich glaube, dass Deutschland seinen Teil leistet und dass wir jetzt nicht über neue Fragen sprechen müssen in diesem Zusammenhang in diesen Tagen."

aar/dpa