Bürgerkriegsflüchtlinge Zahl der Rückkehrer nach Syrien steigt

Millionen Syrer haben wegen des andauernden Bürgerkriegs ihre Heimat verlassen. Mehr als 35.500 von ihnen sind im laufenden Jahr nach Syrien zurückgekehrt - die Zahlen aus Deutschland sind jedoch gering.

Zerstörte Gebäude in der syrischen Provinz Aleppo
Aboud Hamam/REUTERS

Zerstörte Gebäude in der syrischen Provinz Aleppo


In Syrien tobt seit Jahren ein blutiger Bürgerkrieg. Dennoch kehren immer mehr geflüchtete Syrer in ihre Heimat zurück. In den ersten Monaten des Jahres sind bereits mehr als 35.500 Syrer selbst eigenständig zurückgekehrt, wie aus Zahlen des Uno-Flüchtlingskommissariats UNHCR hervorgeht. Insgesamt seien in den vergangenen drei Jahren von mehr als 5,6 Millionen Flüchtlingen rund 173.000 zurückgekehrt. Die meisten Flüchtlinge waren in die Türkei und in den Libanon geflohen.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) unterstützt wegen der aktuellen Sicherheitslage die freiwillige Rückkehr nach Syrien nicht und hat entsprechende Programme ausgesetzt.

In Deutschland bekommen syrische Flüchtlinge aber weiterhin finanzielle Hilfen bei einer Rückkehr. Insgesamt seien in den vergangenen zweieinhalb Jahren 792 freiwillige Ausreisen nach Syrien finanziert worden, teilte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) mit.

Geförderte Rückkehrungen aus Deutschland mehr als verdoppelt

Die Zahl der geförderten Rückkehrer habe sich von 2017 bis 2018 sogar mehr als verdoppelt, sagte eine Sprecherin. Die Entscheidung falle oft nach intensivem Kontakt mit Familienangehörigen und "ohne, dass sie hierzu von Bundes- oder Landesbehörden in irgendeiner Weise ermutigt werden".

Seit dem Beginn des Bürgerkrieges in Syrien 2011 haben mehr als 5,6 Millionen Menschen das Land verlassen. In Deutschland leben rund 780.000 von ihnen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ist in Syrien inzwischen weitgehend besiegt. Die Truppen von Präsident Baschar al-Assad und ihre Verbündeten kontrollieren fast alle ehemaligen Rebellengebiete. Viele Syrer haben jedoch Angst, als vermeintliche Regimekritiker inhaftiert und misshandelt zu werden - oder weil sie ihren Militärdienst nicht angetreten haben.

Nach Syrien wird aktuell niemand abgeschoben. Die Bedingungen für eine Rückkehr von Flüchtlingen "in Sicherheit und Würde" seien bislang nicht gegeben, argumentiert die Bundesregierung und folgt damit der Auffassung des Uno-Flüchtlingshilfswerks.

asc/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.