Fotostrecke

ARD und Katja Suding: Altherren-Schwenk in der "Tagesschau"

Foto: Bernd Weißbrod/ dpa

FDP-Politikerin Suding "Tagesschau" entschuldigt sich für Beinaufnahmen

"Ein Schwenk wie in den Achtzigerjahren": Die "Tagesschau" hat sich für eine ausgiebige Kamerafahrt über die Beine von FDP-Politikerin Katja Suding entschuldigt.

Hamburg - Ohne Eile fuhr die Kamera die Beine der Politikerin hoch. Zu bestaunen war dieser ungewöhnliche Schwenk in der sonst so seriösen "Tagesschau" am Dienstagabend. In den Hauptnachrichten ging es um das FDP-Dreikönigstreffen, und für einen Moment waren vor allem die Beine der Hamburger Spitzenkandidatin Katja Suding zu sehen.

Dafür hat sich der Chefredakteur von "ARD-aktuell", Kai Gniffke, entschuldigt. "Es ist einer dieser Schwenks, die wir in den Achtziger- und frühen Neunzigerjahren noch gesehen haben", schrieb er in einem Blog . Er reagierte damit auf Kritik in sozialen Netzwerken: "Der Beine-Schwenk gehört auf den Index. Tut mir leid, Frau Suding."

Die Bilder hätten nicht verwendet werden dürfen, entschuldigte sich der Chefredakteur. "Und das nicht, weil feministische Gäule mit mir durchgehen, sondern schlicht deshalb, weil diese Einstellung dazu angetan ist, einen Teil unserer Zuschauerinnen und Zuschauer zu empören."

Diese Art von Kamerafahrt liefere "gerne mal die Vorlage für Altherrensprüche", so Gniffke. "Die Kamera vollzieht den männlichen Blick nach, den Frauen alles andere als schätzen, weil er den Körper von Kopf bis Fuß (hier umgekehrt) taxiert."

In Stuttgart wollten die Liberalen mit einem neuen Logo, neuen Farben und einer Kampfansage punkten.

Suding tritt bei der Landtagswahl in Hamburg für die Liberalen an. Die Spitzenkandidatin Suding wurde dabei mit einem heftig kritisierten Slogan als "unser Mann für Hamburg" vorgestellt. Die Episode um die Kamerafahrt lässt immerhin keinen Zweifel daran, dass Suding als Frau wahrgenommen wird.

fab/dpa