Ex-»Bild«-Chefredakteurin Laschet engagiert Tanit Koch als Wahlkampfberaterin

In TV-Interviews verhielt sich Armin Laschet zuletzt ungeschickt, seine Umfragewerte sind weiter schlecht. Nun soll ihn die frühere »Bild«-Chefredakteurin Tanit Koch im Wahlkampf unterstützen.
Tanit Koch war von 2016 bis 2018 »Bild«-Chefredakteurin

Tanit Koch war von 2016 bis 2018 »Bild«-Chefredakteurin

Foto: Michael Kappeler / dpa

Der CDU-Vorsitzende und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat die Journalistin Tanit Koch als Beraterin in sein Wahlkampfteam geholt. Die frühere Chefredakteurin der »Bild«-Zeitung soll von der Berliner CDU-Zentrale aus Laschets Wahlkampfkommunikation leiten und seine Pressearbeit koordinieren.

Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa zunächst aus CDU-Kreisen. Auf dpa-Nachfrage bestätigte Laschet die Personalie: »Wir gewinnen mit Tanit Koch eine erfahrene Journalistin und Kommunikationsexpertin – sie ist jetzt in meinem Team. Ich freue mich sehr.«

Koch soll unter anderem Laschets Präsenz in den sozialen Medien ausbauen. Der Unions-Kanzlerkandidat kämpft weiter mit schwachen persönlichen Umfragewerten.

Bei einem TV-Auftritt in der ZDF-Talkshow »Markus Lanz« Ende März machte Laschet keinen guten Eindruck, auch bei einem ProSieben-Interview geriet der CDU-Parteichef anfangs ins Schwimmen.  In Teilen der CDU vermisst man laut dpa zudem eine Strategie für die Präsentation des Kanzlerkandidaten in sozialen Netzwerken sowie klare Botschaften.

Die 43 Jahre alte Tanit Koch stand von 2016 bis 2018 als erste Frau an der Spitze der »Bild«-Zeitung, die sie nach einem Zerwürfnis mit ihrem Co-Chefredakteur Julian Reichelt verließ. Im März 2019 wurde sie Geschäftsführerin des Nachrichtensenders n-tv und Chefredakteurin der RTL-Zentralredaktion.

Im November 2020 wurde dann bekannt, dass Koch RTL wieder verlässt. Als Grund wurden von Senderseite »unterschiedliche Auffassungen über die künftige Struktur und den weiteren Weg« genannt. Der Vertrag der nach eigenen Angaben parteilosen Journalistin bei dem Kölner TV-Sender läuft Ende Juni aus.

fek/dpa