Schwarz-grüne Regierung Al-Wazir und Hinz werden Minister in Hessen

Die schwarz-grüne Koalition in Hessen nimmt Formen an: Die Grünen Tarek Al-Wazir und Priska Hinz werden Minister im Landeskabinett. Außerdem verkündete der Grünen-Chef, er sei nun Duzfreund mit seinem ehemaligen Gegner Volker Bouffier.

Parteichefs Bouffier und Al-Wazir: Koalitionspartner auf Du und Du
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Parteichefs Bouffier und Al-Wazir: Koalitionspartner auf Du und Du


Wiesbaden - Die beiden grünen Ministerposten in Hessen stehen fest: Tarek Al-Wazir und Priska Hinz ziehen mit der CDU ins Landeskabinett. Al-Wazir, der auch die Koalitionsverhandlungen für seine Partei führte, übernimmt das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung. Das teilte der Co-Parteichef am Mittwoch in Wiesbaden mit. Damit kommen die komplizierten Themen Frankfurter Flughafen und Landesbank Helaba auf den Grünen zu.

Die Bundestagsabgeordnete Hinz, die zuvor bereits in einer rot-grünen Regierung in Hessen Ministerin war, übernimmt das Ressort für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Ministerpräsident bleibt Volker Bouffier. Der Wahlsieger CDU bekommt sechs Fachministerien, den Europaminister und den Chef der Staatskanzlei. Wer die Posten bekleiden soll, will die CDU erst später nennen.

Auf Du und Du

Die Koalition ist das erste schwarz-grüne Bündnis in einem Flächenland. Über die komplizierten und langwierigen Verhandlungen sind sich die Koalitionsführer offenbar näher gekommen. Einst waren sie einander spinnefeind, nun haben sich Bouffier und Al-Wazir das Du angeboten. "Wenn man wochenlang Tage und Nächte in Verhandlungssälen verbringt und der Ältere dann dem Jüngeren das Du anbietet, dann sagt man natürlich ja", sagte der künftige Wirtschaftsminister Al-Wazir. Als Oppositionspolitiker hatte er sich in den vergangenen Jahren immer wieder scharfe Wortgefechte mit Bouffier geliefert.

Positiv äußerte sich auch Bouffier über die erzielten Verhandlungsergebnisse: Der Koalitionsvertrag sei ein "tragfähiges Fundament" für fünf Jahre Regierungsarbeit. "Wir denken in Werten und nicht in Strukturen", sagte der CDU-Politiker. Die neue Regierung werde die Schuldenbremse einhalten, ab 2020 werde das Land keine neuen Schulden mehr machen. Dies verlange schmerzhafte Einschnitte beim Personal, sagte der CDU-Politiker. Ausgenommen seien Kinderbetreuung und Bildung, die beiden Parteien am Herzen lägen.

Am kommenden Samstag wird eine Grünen-Mitgliederversammlung über den Vertrag entscheiden. Dabei wird mit heftigen Diskussionen gerechnet. Al-Wazir will nicht mehr als Grünen-Landeschef kandidieren, weil er sich auf seinen künftigen Posten als Wirtschafts-und Verkehrsminister in der schwarz-grünen Regierung konzentrieren wolle.

Bei der Hessen-Union entscheidet ein kleiner Parteitag ebenfalls am Samstag.

vek/Reuters/dpa

insgesamt 9 Beiträge
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joschkaherbert 18.12.2013
1. Freunde für's Leben
Zitat von sysopDPADie schwarz-grüne Koalition in Hessen nimmt Formen an: Die Grünen Tarek Al-Wazir und Priska Hinz werden Minister im Landeskabinett. Außerdem verkündete der Grünen-Chef, er sei nun Duz-Freund mit seinem ehemaligen Gegner Volker Bouffier. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/tarek-al-wazir-und-priska-hinz-werden-minister-in-hessen-a-939868.html
Wie schnell sich doch Freundschaften bilden können! Ich werde als Mitglied der Landespartei am Samstag gegen die Koalition kämpfen und gegebenenfalls am Sonntag meinen Austritt erklären!
renier101 18.12.2013
2. Al Wazir als Minister...
...ouh Mann, in der Politik kann's wirklich jeder zu etwas bringen.
adubil 18.12.2013
3. Dudu
Über die Beteiligung der GRÜNEN an der schwarz-grünen Koalition kann man ja geteilter Meinung sein: aber muss das denn gleich dermassen distanzlos ablaufen ?
welkdp 18.12.2013
4. Al-Watir nun Duz Freund von Boufier
und niederlegen des Amtes in der Partei bedeutet , der Posten ist sicher und nun beginnt das persönliche "Freischwimmen" in Richtung Jochka Fischer
JayMAF 18.12.2013
5. Ts, ts, ts, ...
Zitat von joschkaherbertWie schnell sich doch Freundschaften bilden können! Ich werde als Mitglied der Landespartei am Samstag gegen die Koalition kämpfen und gegebenenfalls am Sonntag meinen Austritt erklären!
Ts, ts, ts, etwas mehr Begeisterung bitte für die vollkommen glaubwürdige Wandlung der zukünftigen Regierungspartner. Wer glaubt denn auch den ganzen Versprechungen und künstlichen Empörungen während eines Wahlkampfes? Hessen und Bund schenken sich in dieser Beziehung nichts, null, nada. Steigert die Wahlbereitschaft, oder?
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