Hamburg, Cottbus, Freiburg Tausende nehmen an Coronademos teil

Von Hamburg bis Freiburg: In vielen deutschen Städten gingen Tausende Kritiker gegen Coronamaßnahmen und eine Impfpflicht auf die Straße. Trotz einiger Gegenproteste blieb es überwiegend friedlich.
In Hamburg gab es laut Polizei die größte Demonstration

In Hamburg gab es laut Polizei die größte Demonstration

Foto: Markus Scholz / dpa

Tausende Menschen haben am Samstag in Deutschland gegen Coronamaßnahmen und Impfungen protestiert. Die größte Demonstration gab es in Hamburg, dort gingen rund 11.500 Menschen unter dem Motto »Das Maß ist voll – Hände weg von unseren Kindern« auf die Straße, wie die Polizei auf Twitter mitteilte . Weitere Proteste gab es unter anderem auch in Berlin, Freiburg, Dresden und Karlsruhe. Die Coronademos verliefen überwiegend friedlich.

Hamburg

Die Demonstrierenden in der Hamburger Innenstadt hielten sich laut Polizei überwiegend an die Auflagen. Bei einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen Teilnehmern der Kundgebung und Außenstehenden sei eine Flasche geworfen worden. Im Zusammenhang mit diesem Vorfall wurde laut Polizei eine unbeteiligte Frau verletzt .

Bei der Demonstration erteilte die Polizei nach eigenen Angaben insgesamt sieben Platzverweise, nahm zwei Menschen vorübergehend fest und zwei weitere vorübergehend in Gewahrsam. An mehreren Gegendemonstrationen nahmen einige Hundert Menschen teil. Insgesamt waren 800 Polizisten in der Hansestadt im Einsatz.

Berlin

Trotz des Verbots einer geplanten Demonstration in Berlin versammelten sich Demonstrierende am Brandenburger Tor. Die Polizei sprach von einer Menge »im unteren dreistelligen Bereich«. Darunter seien jedoch auch zahlreiche Touristen, die nicht für einen Protest vor Ort seien.

Angemeldet waren ursprünglich 2000 Menschen, die vom Brandenburger Tor aus durch das Regierungsviertel ziehen wollten.

Cottbus

Ein Protestzug, bei dem Tausende im brandenburgischen Cottbus gegen Coronabeschränkungen auf die Straße gingen, wurde nach Angaben der Polizei wegen zu vieler Teilnehmer am Abend aufgelöst. »In dem Aufzug haben wir sehr viele Verstöße gegen die Maskenpflicht festgestellt«, sagte ein Polizeisprecher. Es hätten schätzungsweise insgesamt weit über 3000 Menschen teilgenommen.

In Cottbus waren zwei Demonstrationen angemeldet

In Cottbus waren zwei Demonstrationen angemeldet

Foto: Frank Hammerschmidt / dpa

Die Stimmung war nach Einschätzung der Beamten aufgeheizt, teils habe es verbale Aggressionen der Teilnehmer gegen die Polizei gegeben. Dabei sei auch Pyrotechnik gezündet worden. 15 Personen, die der gewaltbereiten rechtsextremistischen Szene zuzurechnen seien, seien vorläufig in Gewahrsam genommen worden, so die Polizei .

Dresden

In Dresden reihten sich nach Angaben der Polizei etwa 185 Fahrzeuge zu einem rollenden Protest gegen die Coronaregeln durch die Innenstadt aneinander. An zahlreichen Fahrzeugen des Autokorsos hatten die Teilnehmer Transparente und Plakate befestigt. Darauf forderten sie ein Ende der pandemiebedingten Einschränkungen und sprachen sich gegen eine Impfpflicht aus.

Freiburg

Nach mehreren Demonstrationen in Freiburg beteiligten sich laut Polizei rund 3500 Menschen an einem abschließenden Protestzug durch die Innenstadt. Nur vereinzelt mussten demnach Platzverweise wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht ausgesprochen werden.

Foto: Philipp von Ditfurth / dpa

Karlsruhe

In Karlsruhe protestierten rund 900 Menschen gegen eine allgemeine Impfpflicht und eine Impfpflicht für Pflegekräfte. Laut Polizei verlief die Kundgebung friedlich und ohne Störungen. Proteste gegen Coronaregeln gab es auch im hessischen Wetzlar, an denen sich etwa tausend Menschen beteiligten. Darunter waren laut Polizei auch Demonstranten aus dem rechten Spektrum.

Osnabrück

Im niedersächsischen Osnabrück demonstrierten nach Polizeiangaben knapp 2000 Menschen unter dem Motto »Grundrechte sind nicht verhandelbar«.

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Schwerin

In der Schweriner Innenstadt versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 1900 Menschen zu einer Demo, die Veranstalter sprachen von 2300. Unter den Demonstranten waren nach Angaben einer Polizeisprecherin viele Familien mit Kindern. Auf Plakaten hieß es: »Stopp den Impfwahnsinn« oder »An Kanzler Scholz: Wir sind die rote Linie«. Die Parole spielte auf Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) an, der wiederholt gesagt hatte, für die Eindämmung der Pandemie gebe es »keine rote Linien«.

Mitteilung an Olaf Scholz: »Wir sind die rote Linie«

Mitteilung an Olaf Scholz: »Wir sind die rote Linie«

Foto: Thomas Häntzschel / dpa

Auch in Düsseldorf, Frankfurt und Trier zogen Demonstranten durch die Innenstadt. In Flensburg in Schleswig-Holstein protestierten rund 600 Menschen gegen die Coronaregeln. In Bayern versammelten sich nach Angaben der Polizei in mehreren Städten insgesamt mehr als 15.000 Demonstranten. Im Großen und Ganzen blieb es demnach dabei friedlich.

kim/dpa/AFP
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