Atomkraft Deutschland steigt aus – und die EU ein

Ende 2022 werden in Deutschland die letzten drei AKWs abgeschaltet. Der deutsche Atomausstieg steht fest. Anders sieht es auf EU-Ebene aus. Polen zum Beispiel plant den Atomeinstieg – und bekommt dabei Unterstützung aus Brüssel.
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Der Umweltschützer Jerzu Wolański steht in einem Kiefernwald an der polnischen Osteeküste und zeigt auf einen Leuchtturm, der mehrere Kilometer entfernt steht. »Bis dorthin soll der Wald abgeholzt werden für das Atomkraftwerk – und das in einem Naturschutzgebiet!« Tatsächlich: Während Deutschland beschlossen hat, aus der Atomkraft auszusteigen, will Polen an der Ostsee sein erstes Atomkraftwerk bauen. Pläne dazu gibt es schon seit Jahrzehnten, bisher sind sie allerdings an der Finanzierung gescheitert. Doch jetzt kommt Bewegung in die Sache.

Gemeinsam mit Frankreich hat sich Polen nämlich bei der EU-Kommission dafür eingesetzt, dass Investitionen in Atomenergie auf dem Finanzmarkt als nachhaltig und grün gelten. Die Folge: Banken können künftig unter dem Nachhaltigkeits-Label mit grünen Fonds Kapital für Atomkraftwerke einsammeln, sofern diese bestimmte Auflagen erfüllen. Zudem gibt es die Befürchtung, dass die polnische Regierung wegen der neuen Regelung auch auf öffentliche EU-Gelder zurückgreifen könnte, um das vermeintlich nachhaltige Atomkraftwerk zu finanzieren.

Jörg Wojahn, Vertreter der EU-Kommission in Deutschland, hat grundsätzlich kein Problem mit dem Vorschlag. Den Vorwurf des Greenwashings, wie ihn Wissenschaftler und Umweltschützer vorgebracht haben, weist er in dieser Episode von SPIEGEL Daily zurück. Für ihn steht fest: Von CO2-Emissionen gehe eine größere Gefahr aus als von Atomkraftwerken.

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