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Terrorgefahr in Bremen: Festnahme der Polizei: Vermummte Polizisten in Bremen

Foto: Carmen Jaspersen/ dpa

Terrorwarnung in Bremen Großeinsatz geht weiter - Polizei nimmt mehrere Personen in Gewahrsam

Auch am Sonntag ist die Polizei in Bremen weiter im Einsatz. Nach der Terrorwarnung in Bremen wurde eine Person vorläufig festgenommen, weitere sind "in Gewahrsam". Ein islamisches Kulturzentrum wurde durchsucht.

Bremen - Wegen einer möglichen Gefahr durch gewaltbereite Islamisten zeigt die Polizei in Bremen massive Präsenz. Am Samstagabend teilten die Behörden mit, es habe eine vorläufige Festnahme wegen des Verdachts auf eine Straftat gegeben. In der Nacht wurde der Einsatz fortgeführt.

"Wir haben nach wie vor eine erhöhte Gefährdung", sagte eine Polizeisprecherin am Sonntagmorgen. Überall in der Hansestadt seien die Beamten in der Nacht verstärkt im Einsatz gewesen. "Wir haben ein Sicherheitsnetz über Bremen ausgelegt." Mehrere Menschen seien "in Gewahrsam". Dieses Vorgehen werde angewendet, wenn Gefahr drohe.

Im Unterschied zur vorläufigen Festnahme muss für eine Ingewahrsamnahme kein konkreter Verdacht auf eine Straftat bestehen. Die Maßnahme darf präventiv eingesetzt werden, um eine drohende Gefahr abzuwenden. "Das sind auf jeden Fall Leute, die mit der Gefährdungslage durch islamistische Gewalttäter in Bremen zu tun haben", hieß es weiter.

Polizisten durchsuchten zudem ein islamisches Kulturzentrum in der Bremer Innenstadt. Einzelheiten zu der Aktion in Bahnhofsnähe teilten Polizei und Innenbehörde zunächst nicht mit. Laut einem Bericht von Radio Bremen  hat die Polizei mutmaßliche Salafisten im Visier. Erst wenn es Ergebnisse gebe, wollten die Ermittler eine Pressekonferenz einberufen, hieß es in dem Bericht.

Am Morgen hatte die Bremer Polizei einen Großeinsatz wegen einer möglichen Gefahr durch gewaltbereite Islamisten gestartet. Den ganzen Tag über war sie in der Stadt mit schwer bewaffneten Beamten präsent und schützte herausgehobene Orte wie die jüdische Gemeinde, das Rathaus oder den Marktplatz.

Seit Freitagabend habe es Hinweise einer Bundesbehörde auf Aktivitäten potenzieller islamistischer Gefährder gegeben, hatte die Polizei am Samstagmorgen mitgeteilt.

"Gefahrenlage mit islamistischem Hintergrund"

Informationen vonseiten der Polizei flossen bisher nur spärlich, die Pressemitteilung  war kurz und nüchtern: "Seit gestern Abend liegen der Polizei Bremen Hinweise einer Bundesbehörde auf eine mögliche Gefahrenlage mit islamistischem Hintergrund vor", hieß es. Die Polizei habe aus diesem Grund ihre Präsenz im Stadtgebiet erhöht und "erforderliche Schutzmaßnahmen im öffentlichen Raum verstärkt".

Aus einer Lageinformation der Sicherheitsbehörden, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, geht hervor, dass die Polizei am Freitag einen dienstlichen Hinweis auf eine "konkrete Anschlagsgefahr" erhalten habe. Dieser Tipp soll vom Bundeskriminalamt gekommen sein. Daraufhin richtete Bremen um 21 Uhr die Sonderkommission "Gold" ein und verstärkte die Sicherheitsmaßnahmen. Es würden zwei Personen beschattet, die in Bremen lebten, hieß es weiter.

Bremen gilt als eine Hochburg radikaler Islamisten. Zuletzt wurden nach Angaben von SPD-Innensenator Ulrich Mäurer rund 360 mutmaßliche Salafisten vom Verfassungsschutz beobachtet.

Das Heimspiel des Fußballbundesligisten Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag soll wie geplant stattfinden. Zuletzt hatte Mitte Februar eine Terrorwarnung zur kurzfristigen Absage des Karnevalsumzugs in Braunschweig geführt. Im Januar waren in Dresden eine Pegida-Demonstration und alle weiteren Kundgebungen am gleichen Tag verboten worden.

sun//bos/dpa/Reuters/AFP