Terrorismus Bundesanwaltschaft fordert lebenslange Haft für Kofferbomber

Der Vorwurf gegen den Angeklagten im Düsseldorfer Kofferbomberprozess wiegt schwer: Er habe "möglichst viele Menschen" töten wollen, sagte die Bundesanwaltschaft über Youssef al-Hajdib - und forderte eine lebenslange Haftstrafe für den 24-Jährigen.


Düsseldorf - Das Urteil gegen Youssef al-Hajdib wird im November erwartet, für die Bundesanwaltschaft hat die Beiweisaufnahme zu einem klaren Ergebnis geführt: Der 24-jährige Libanese sei "geistiger Urheber" der Anschlagspläne auf zwei Regionalzüge am 31. Juli 2006 gewesen.

Die Bundesanwaltschaft forderte eine lebenslange Haftstrafe. Der Vorwurf des vielfachen versuchten Mordes sei zutreffend. "Deutschland hat einem islamistischen Anschlag nie näher gestanden", sagte die Vertreterin der Bundesanwaltschaft, Duscha Gmel.

Der Angeklagte und sein Mittäter hätten bei der Tat im Sommer 2006 alles Erforderliche getan, um möglichst viele Menschen zu töten und auf diese Weise Angst und Schrecken zu verbreiten, sagte Gmel. "Die Beweislast ist geradezu erdrückend." Die Tat sei als Vergeltung für die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen gedacht gewesen.

Laut Bundesanwaltschaft soll der Angeklagte am 31. Juli 2006 im Kölner Hauptbahnhof gemeinsam mit seinem mutmaßlichen Komplizen Jihad Hamad zwei Sprengsätze in Regionalzügen nach Hamm und Koblenz deponiert haben. Wegen eines Konstruktionsfehlers waren die Kofferbomben nicht explodiert. Das Urteil soll am 18. November verkündet werden.

Im Dezember vergangenen Jahres war der im August 2006 in Kiel festgenommene el-Hajdib für den versuchten Anschlag von einem libanesischen Gericht in Abwesenheit zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Der im Libanon gefasste Hamad erhielt dort zwölf Jahre Haft.

hen/ddp/dpa



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