Terrorismus Deutscher Dschihadist grüßt aus Afghanistan

Er ist einer der meistgesuchten deutschen Terrorverdächtigen, auf Nato-Basen in Afghanistan hängt sein Fahndungsplakat: Nun gibt es von Eric Breininger, der sich der "Islamischen Dschihad-Union" anschloss, offenbar das erste Lebenszeichen seit 2008.

Terrorverdächtiger Breininger (Archivbild): "Grüße aus Afghanistan"

Terrorverdächtiger Breininger (Archivbild): "Grüße aus Afghanistan"

Von Yassin Musharbash


Berlin - Es ist eine kurze Botschaft, nur wenige Zeilen lang, und sie klingt auf den ersten Blick ziemlich belanglos: Eric Breininger bedankt sich darin bei all denen, die "die Mudschahidin unterstützen" und sendet "Grüße aus Afghanistan". Dazu verschickte er noch ein Foto, das ihn vor einem Laptop sitzend zeigt.

Die wahre Bedeutung dieses Postings, das kürzlich in zwei dschihadistischen Internetforen auftauchte, liegt woanders: Eric Breininger, ein Dschihadist aus dem Saarland in Diensten der "Islamischen Dschihad-Union" (IJU), lebt offenbar.

Zuletzt hatte es im Oktober 2008 ein Lebenszeichen Breiningers gegeben, als er in einem Propaganda-Video der IJU auftrat. Damals machte er Anspielungen auf aktuelle Medienberichte, die eine relativ präzise Datierung ermöglichten. Er sei in Afghanistan, sagte er da, plane aber keine Anschläge in Deutschland.

Sechs Monate zuvor wiederum hatte er in einem ersten IJU-Video Angriffe auf die Bundeswehr angedroht. Seitdem befürchten die deutschen Sicherheitsbehörden, dass Breininger einen Anschlag für die IJU begehen will oder soll.

Bild und Botschaft sind vermutlich authentisch

Das aktuelle Lebenszeichen fanden deutsche Sicherheitsbeamte nach Informationen von SPIEGEL ONLINE vor rund anderthalb Wochen. Einen Anschlag kündigt er darin aber offenbar nicht an. Nach einer ersten Einschätzung halte man Bild und Text für wahrscheinlich authentisch, könne aber das Foto noch nicht datieren, hieß es. Theoretisch könne es sich auch um einen Fake oder ein altes Foto handeln. Man gehe davon aus, dass Breininger das Posting nicht selbst eingestellt hat.

Eric Breininger ist seit seinem Abtauchen Anfang September 2007 einer der meistgesuchten deutschen Terrorverdächtigen. Er gehört zum Umfeld der sogenannten "Sauerland-Zelle", die im Namen der IJU Bombenanschläge in Deutschland begehen wollte und deren Mitgliedern Fritz Gelowicz, Daniel Schneider, Adem Yilmaz und Attila Selek seit Juni vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf der Prozess gemacht wird. Die Behörden gehen davon aus, dass es Schneider war, der Breininger und den gebürtigen Libanesen Houssain al-M. für den militanten Dschihad rekrutierte.

Breininger war am 2. September 2007, zwei Tage vor der spektakulären Festnahme von Gelowicz, Schneider und Yilmaz im sauerländischen Medebach-Oberschledorn, zunächst nach Ägypten gereist. Im November 2007 reiste er dann mit al-M. zusammen über Dubai nach Iran und von dort offenbar weiter nach Afghanistan. Im März 2008 hatte Breininger seiner Schwester per E-Mail mitgeteilt, er sei in den pakistanischen Bergen und wolle weiter nach Afghanistan.

Breininger als PR-Figur?

Bei der IJU nennt sich Breininger "Abdulgaffar al-Almani", er posierte in den Propagandavideos mit Gewehr und in lokaler Tracht, während er deutsche Gesinnungsgenossen zur Nachahmung aufforderte.

Wo genau er sich aufhält ist ebenso unklar wie seine Mission, so er denn eine hat. Einige Analysten in den Sicherheitsbehörden vermuten mittlerweile, dass Breininger möglicherweise vor allem eine Rolle in der Öffentlichkeitsarbeit der IJU spielen könnte. Andere aus Deutschland angereiste Rekruten hat die IJU aber auch als Kämpfer oder Terroristen eingesetzt. Sadullah Kaplan aus dem hessischen Langen etwa fiel im Kampf, Cüneyt Ciftci aus Ansbach in Bayern sprengte sich im afghanischen Khost in die Luft und tötete sich selbst sowie zwei afghanische und zwei US-amerikanische Soldaten.

Die "Islamische Dschihad-Union" ist eine ursprüngliche usbekische militante Gruppe, die aber schon seit Jahren ihre Basis ins pakistanisch-afghanische Grenzgebiet verlegt hat. Sie kooperiert mit den Taliban und dem Terrornetzwerk al-Qaida.

Seit die Angeklagten der "Sauerland-Gruppe" Geständnisse ablegen, haben sich die Erkenntnisse über die Strukturen der IJU deutlich verbessert. So betreibt sie offenbar mehrere kleine Schulungslager in der pakistanischen Region Waziristan, überschreitet mit ihren Kämpfern aber auch regelmäßig die Grenze nach Afghanistan, um gegen US-Soldaten zu kämpfen.

Die deutschen Sicherheitsbehörden werten die aktuelle Botschaft Breiningers, die sich nicht an die Öffentlichkeit, sondern eine eng definierte Gruppe von Gesinnungsgenossen richtet, zur Zeit noch aus. Die Frage ist: Gibt es Hinweise auf den Aufenthaltsort des Saarländers?

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Seite 1
mzwk 02.07.2009
1.
Gaebs keinen Terrorismus muesste man ihn erfinden. Jaja Schafe, ihr muesst halt taeglich daran erinnert werden dass an jeder Ecke Terroristen lauern und euch jederzeit in die Luft sprengen wollen - dafuer muesst ihr halt eure Freiheit aufgeben. Ich erinnere da an die Szene aus "V wie Vendetta", wo der Grosskanzler ausflippt und zu seinen Untergebenen meint: "Es wird Zeit dass die Leute wieder merken dass sie uns brauchen" - Schnitt - Und man sieht einige Ausschnitte aus Nachrichtensendungen ueber Katastrophen (Airbus abstuerze?), Pandemien (Schweinegrippe?), Terrorismus, Noete, etc. Es gibt aus dem Film sooo viele Parallelen zu heute, unbedingt mal ansehen wenn man ihn noch nicht kennt.
gutmensch666, 02.07.2009
2.
Zitat von sysopEinem Zeitungsbericht zufolge ist die Gefahr eines Terroranschlags in Deutschland nach Ansicht von Sicherheitsexperten deutlich gestiegen. BKA, Verfassungsschutz und Innenministerium wollen nun bei einem Krisentreffen vorbeugende Maßnahmen beraten. Wie hoch schätzen Sie derzeit die Terrorgefahr ein?
Erhöhte Terrorgefahr? Aaaaah, ach so - Wahlen stehen ja an, deswegen; der Michel muss wieder getrimmt werden. Nun - die Terrorgefahr wäre schwuppdiwups weg, wenn wir nicht in Afghanistan sinnlos herumrandalieren würden.
unuomo, 02.07.2009
3.
Woran das wohl liegen mag? Doch nicht etwa daran, das wir am Hindukusch unsere Freiheit verteidigen? :-)))))
hook123 02.07.2009
4.
Zitat von sysopEinem Zeitungsbericht zufolge ist die Gefahr eines Terroranschlags in Deutschland nach Ansicht von Sicherheitsexperten deutlich gestiegen. BKA, Verfassungsschutz und Innenministerium wollen nun bei einem Krisentreffen vorbeugende Maßnahmen beraten. Wie hoch schätzen Sie derzeit die Terrorgefahr ein?
Klar warnen "Experten" vor Anschlägen, es geht ja schließlich auf die Bundestagswahlen zu und da kann es nicht schaden, wenn man den von wirtschaftlichen Abstieg und Arbeitslosigkeit, hohen Spritpreisen und Steuererhöhungen bedrohten Souverän mal wieder die schon fast verdrängte Terrorgefahr vor Augen führt und ordentlich Angst schürt, um vom grenzenlosen Versagen der Spaßkanzlerin und ihrer Dilletantenkoalition abzulenken. Dies Ablenkung tut auch not, zumal grade wieder wegen der Geschenke an die Banken, Opel und Quelle ein Nachtragshaushalt von 40 Milliarden (!) Euro fällig wird und bevor da jemand kritisch nachfragt beschäftigt man den Urnenpöbel lieber mit anderen Dingen. Als Sekundärnutzen fällt dann noch dabei ab, dass man sich als harter Antiterrorkämpfer mit immer haarsträubenderen Eingriffen in Bürgerrechte gerieren kann - zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen. Die Gefahr von Terroranschlägen besteht immer und soll auch nicht verharmlost werden, aber es besteht auch immer die Gefahr vom Laster am Zebrastreifen überfahren zu werden und die düfte in Deutschland größer sein, als die Terrorgefahr - zumindest im Moment. Wie der aktuelle Verfassungsschutzbericht (Stichwort: Wirtschaftsspionage) auch zeigt,haben dieses Land und wahrscheinlich auch die meisten Bürger - Bankvorstände von Landesbanken ausgenommen - derzeit ganz andere Probleme als morgens bei Brötchen holen von einem geistig verwirrten Radikalislamisten in die Luft gejagt zu werden. Ein Blick auf die sogenannten Experten zeigt jedenfalls, dass sie alle ein hohes Interesse an einem ordentlichen und gleichmäßig hohen Angstpegel in der Bevölkerung haben um so tolle Vorschläge wie die Vorratsdatenspeicherung, Einsatz der Bundeswehr im Innern, Luftsicherheitsgesetz, Kronzeugenregelung durch Parlament zu bekommen, frei nach dem Motto, "...wollen Sie etwa, dass sich die Anschläge von 11. September bei uns wiederholen?" Man kann sich jedenfalls schon lebhaft vorstellen, was beim Treffen der ganzen Freiheitsbegrenzer als Ergebnis rauskommen wird. Für den Bürger bleibt nur die Hoffnung, dass Karlsruhe einmal mehr rechtzeitig die Handbremse zieht, um uns vor wirklich schlimmen Dingen und unserem sauberen Bundesinnenminister zu bewahren.
Charles Atane, 02.07.2009
5. Der Trick hat 'nen Bart
Zitat von sysopEinem Zeitungsbericht zufolge ist die Gefahr eines Terroranschlags in Deutschland nach Ansicht von Sicherheitsexperten deutlich gestiegen. BKA, Verfassungsschutz und Innenministerium wollen nun bei einem Krisentreffen vorbeugende Maßnahmen beraten. Wie hoch schätzen Sie derzeit die Terrorgefahr ein?
*Gääähhhn* schon wieder - welches Gesetz oder welche Verfassungsänderung will Schäuble denn diesmal durchsetzen??
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