Terrorismus nach Bin Laden BND-Chef warnt vor fanatischen Einzeltätern

Bin Laden ist tot, aber laut Bundesnachrichtendienst befindet sich Deutschland weiter im Visier von Terroristen. Eine besondere Gefahr gehe von radikalen Einzelgängern aus, sagte BND-Chef Uhrlau dem SPIEGEL.
Gefährliche Fanatiker: Einschussloch in der Seitenscheibe des Busses am Frankfurter Flughafen, auf den Arid U. im März einen Anschlag verübte - zwei Menschen starben

Gefährliche Fanatiker: Einschussloch in der Seitenscheibe des Busses am Frankfurter Flughafen, auf den Arid U. im März einen Anschlag verübte - zwei Menschen starben

Foto: Fredrik Von Erichsen/ dpa

Hamburg - Osama Bin Laden ist tot, aber die Gefahr des Terrorismus bleibt - auch in Deutschland: Ernst Uhrlau, Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), hat nach der Erschießung des Qaida-Chefs durch US-Elitesoldaten vor Racheaktionen fanatischer Einzeltäter gewarnt. "Wir müssen derzeit besonders auf Einzeltäter achten, die nicht aus fest strukturierten Zusammenhängen kommen, sondern mit Bestrafungsaktionen ihren Beitrag zum Dschihad leisten wollen", sagte Uhrlau dem SPIEGEL.

Attentäter wie der Frankfurter Arid U., der Anfang März zwei amerikanische Soldaten am Frankfurter Flughafen erschossen hatte, seien "mindestens eine so große Gefahr wie organisierte Anschläge von al-Qaida selbst". Der islamistische Terrorismus sei keinesfalls am Ende. "Wir werden noch eine lange Zeit mit diesen beiden Arten von Terrorismus zu kämpfen haben - auch in Deutschland."

Der BND-Präsident erwartet allerdings, dass der Tod Bin Ladens al-Qaida vor große Probleme stellt. Ob Spenden an die Terrororganisation, die vor allem wegen Bin Laden eingegangen seien, künftig noch weiter fließen, sei "sehr fraglich". Ebenso unsicher sei, wie es mit den Qaida-Anhängern weitergehe, die ausdrücklich Bin Laden die Treue geschworen haben. "Es ist nicht sicher, ob sie einem Nachfolger gehorchen werden."

Für eine der Personen, die in der Ära nach Bin Laden an Bedeutung gewinnen könnten, hält Uhrlau den Chef der Qaida im Jemen, Anwar al-Awlaki. "Er gilt als charismatisch, er hat schon große Operationen geleitet, ihm traue ich eine größere Rolle zu."

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