Anschlagsplan mit Modellfliegern Ermittler überwachten Internetkonten von Terrorverdächtigen

Sicherheitsbehörden haben bereits 2012 die zwei Männer beobachtet, die Anschläge mit Modellfliegern geplant haben sollen - beide studierten damals an der Universität Stuttgart. Die Bundesanwaltschaft schweigt jedoch weiter zu den Details der Ermittlungen.
Beschlagnahmte Computer: Inhalts- und Verkehrsdaten wurden überprüft.

Beschlagnahmte Computer: Inhalts- und Verkehrsdaten wurden überprüft.

Foto: Franziska Kraufmann/ dpa

Stuttgart - Die beiden Männer, die einen islamistischen Terroranschlag mit Modellflugzeugen geplant haben sollen, sind bereits Mitte 2012 in den Fokus von Sicherheitsbehörden geraten. Aufgrund eines richterlichen Beschlusses seien vom 25. Mai 2012 bis Januar 2013 Inhalts- und Verkehrsdaten weitergegeben worden, teilte die Universität Stuttgart am Mittwoch mit. Die Männer seien "bis zum Zeitpunkt der Ermittlungen an der Universität eingeschrieben" gewesen, sagte ein Hochschul-Sprecher.

Die Ermittler hätten Anschläge befürchtet und deshalb die Internetkonten der beiden Verdächtigen überwacht. Laut "Stuttgarter Nachrichten" sollen sie im Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik studiert haben. Zum Studiengang wollte sich der Sprecher jedoch nicht äußern. Aktuell seien zwölf Ermittler mit der Auswertung von beschlagnahmten Unterlagen beschäftigt, hieß es aus Sicherheitskreisen in Stuttgart.

Am Dienstag hatte die Polizei in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Belgien mehrere Gebäude durchsucht. Was dabei neben zahlreichen Unterlagen sowie technischen Geräten wie Computern sichergestellt wurde, ist weiterhin nicht bekannt. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wollte zu den Razzien am Mittwoch keine Stellung nehmen. Die beiden mutmaßlichen Islamisten sollen tunesischer Herkunft sein und werden verdächtigt, ein Attentat per Modellflugzeug geplant zu haben.

Verfassungsschutz hatte vor islamistischem Terror gewarnt

Den Männern werden "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat" sowie Geldwäsche vorgeworfen. Sie wurden jedoch nicht verhaftet. Die Verdächtigen sollen sich gezielt Informationen und Gegenstände beschafft haben, um "radikal-islamistische Sprengstoffanschläge mit Modellflugzeugen zu begehen", so die Bundesanwaltschaft.

Über Anschläge mit Modellflugzeugen war in Sicherheitskreisen in der Vergangenheit immer wieder spekuliert worden. Der Verfassungsschutz hatte Anfang Juni erneut vor islamistischem Terror gewarnt. "Deutschland ist nach wie vor Anschlagsziel von islamistischen Terroristen", sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen bei der Vorstellung des Jahresberichts seiner Behörde.

tob/dpa