Saarbrücken Anwalt geht gegen Haftbefehl von Terrorverdächtigem vor

Weil er für den Silvestertag einen Anschlag geplant haben soll, sitzt der Syrer Hasan A. in Untersuchungshaft. Sein Anwalt will jetzt dagegen Beschwerde einlegen.

Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos
DPA

Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos


Seit dem Jahreswechsel sitzt Hasan A. wegen des dringenden Verdachts der Terrorfinanzierung in Untersuchungshaft. Doch das soll sich aus Sicht seines Rechtsanwaltes bald ändern. Er werde in den nächsten Tagen Beschwerde gegen den Haftbefehl einlegen, kündigte Marius Müller an.

Ein Gericht in Saarbrücken hatte am Sonntag Untersuchungshaft gegen den 38 Jahre alten Asylbewerber angeordnet. Hintergrund waren laut Staatsanwaltschaft Hinweise auf einen geplanten Anschlag des Mannes zum Ende des Jahres. Zuvor hatte der SPIEGEL über Hinweise berichtet, dass als Streifenwagen getarnte Fahrzeuge gegen Menschenmengen eingesetzt werden sollten.

Es gebe keine Beweise dafür, dass der Mann einen Anschlag geplant habe, sagte sein Anwalt. Er habe dies der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) nur vorgegaukelt, um an möglichst viel Geld zu kommen, sagte Müller. Er habe das Geld dem IS "abpressen" wollen, unter anderem, um seinen kranken Vater in Damaskus finanziell zu unterstützen. Das sei eine naive Idee gewesen, sagte Müller, der zudem keine Fluchtgefahr seines Mandanten sieht.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Saarbrücken wollte Hasan A. mit dem Geld Autos kaufen, die mit Sprengstoff präpariert in Menschenmengen gefahren werden sollten. Die Überlegungen für Attacken in Berlin, München, Stuttgart, Dortmund und Essen seien allerdings nicht konkret gewesen, hieß es.

Hasan A. hielt über den Messenger-Dienst Telegram Kontakt zu einem mutmaßlichen IS-Mann aus Rakka. Auf dem Handy des Festgenommenen konnten die Behörden umfangreiche Chat-Protokolle sichern. In seiner Vernehmung gab Hasan A. an, die Geschichte von einem geplanten Anschlag frei erfunden zu haben.

mho/dpa

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