Alkoholverbot bei Rechtsrock-Festival Polizei beschlagnahmt Bierfässer

Bei einem Rechtsrock-Festival im thüringischen Themar hatte die Polizei ein Alkoholverbot durchgesetzt - nun konfiszierte sie Bierfässer und Sixpacks. Etwa 400 Gegner der Veranstaltung versammelten sich in der Stadt.

Poizeibeamte stellen Bier auf dem Veranstaltungsgelände beim Rechtsrock-Festival in Themar sicher
Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Poizeibeamte stellen Bier auf dem Veranstaltungsgelände beim Rechtsrock-Festival in Themar sicher


Einsatzkräfte der Polizei haben eine größere Menge Bier auf dem Gelände des Rechtsrock-Festivals im thüringischen Themar beschlagnahmt. 16 Bierfässer und 188 Sixpacks wurden einem Sprecher der Landespolizeidirektion zufolge konfisziert. An diesem Tag herrscht auf dem Gelände Alkoholverbot, am Freitag war Leichtbier mit bis zu 2,7 Prozent Alkohol erlaubt.

Das Alkoholverbot für die Festivalbesucher gilt von Samstagnachmittag an bis in die Nacht zu Sonntag auch für eine nahe gelegene Gaststätte in Kloster Veßra, die eine zentrale Anlaufstelle für Anhänger rechtsextremer Musik in Thüringen ist.

In dem Gasthaus gibt es laut Verfassungsschutzbericht regelmäßig Konzerte, Lieder- und Balladenabende sowie Spendenveranstaltungen. Der Betreiber ist dem Verfassungsschutzbericht zufolge ein "führender Rechtsextremist in der Region".

Die Polizei ist am Wochenende mit einem Großaufgebot in der 2800-Einwohner-Stadt präsent. Das Festivalgelände können Besucher nur durch Schleusen betreten, in denen Polizisten insbesondere kontrollieren, ob Waffen, Vermummungsgegenstände oder Alkohol mitgebracht werden und ob die Konzertbesucher verbotene Symbole auf ihrer Kleidung oder der Haut tragen. Zu den Konzerten waren für Samstag zwischen 800 und 1200 Teilnehmer angemeldet worden.

Teilnehmer des Rechtsrock-Festivals auf dem Weg zum Veranstaltungsgelände
Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Teilnehmer des Rechtsrock-Festivals auf dem Weg zum Veranstaltungsgelände

Am Freitagabend kamen nach Polizeischätzungen rund 380 Besucher. Die Beamten brachen die Auftritte von zwei der drei Bands vorzeitig ab. Sie hätten gegen Auflagen verstoßen, der Text eines Liedes war außerdem strafbar, wie der Sprecher sagte.

Die Polizei mietete für die Zeit des Festivals auch eine Tankstelle in der Nähe an, die die Besucher in den vergangenen Jahren zur Getränkeversorgung genutzt hatten. "Die Tankstelle ist das Hauptquartier der Polizei und zur Getränkeversorgung von Neonazis nicht zugänglich", sagte Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD).

Rund 400 Gegner des Rechtsrock-Festivals versammelten sich in der Stadt. Darunter waren Thüringer Regierungsmitglieder und Landespolitiker. Die Zahl der Gegendemonstranten werde wahrscheinlich im Laufe des Tages weiter steigen, sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion. Die Organisatoren gingen von 1100 Teilnehmern aus. Geplant ist unter anderem ein Friedensgebet, ein Demokratiefest und Live-Musik.

cop/dpa



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