Kriminalität De Maizière will Hilfspolizisten gegen Einbrecher einsetzen

Innenminister de Maizière geht auf Einbrecherjagd: Er fordert mehr Kameras in Einfamilienhausgegenden - und im Schnellverfahren ausgebildete Hilfspolizisten.
Einbrecher (Symbolbild)

Einbrecher (Symbolbild)

Foto: Daniel Maurer/ dpa

Angesichts der steigenden Zahl von Wohnungseinbrüchen hat sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) für den vermehrten Einsatz von Hilfspolizisten ausgesprochen. Diese könnten "als Wache in besonders belasteten Vierteln eingesetzt werden", sagte de Maizière in einem Interview der "Rheinischen Post" .

Die Einsatzkräfte, auch Wachpolizisten genannt, dürfen bereits nach einer wenige Monate dauernden Ausbildung ihren Dienst antreten, haben jedoch weniger Befugnisse als Polizeibeamte.

In Sachsen unterstützen bereits 47 Absolventen einer solchen Ausbildung die regulären Polizeikräfte. De Maizière bezeichnete das "zukunftsweisende Modell" im Freistaat als vorbildlich für andere Bundesländer. Die bewaffneten Wachpolizisten, die auch Uniform tragen, sollen in Sachsen vorrangig Aufgaben des Objektschutzes sowie der Personenbewachung übernehmen.

De Maizière will zudem mehr Videoüberwachung zur Einbrecherabwehr einsetzen, sie sei "ein wichtiges Element gegen Einbruchskriminalität". Kreuzungen in ansonsten ruhigen Wohngegenden und Einfamilienhaussiedlungen könnten zu Kriminalitätsschwerpunkten erklärt werden, um dort öffentliche Kameras zu installieren.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt bundesweit seit zehn Jahren an. Noch bis zum 17. Juni beraten die Innenminister der Länder auf ihrer Konferenz im Saarland über weitere Maßnahmen zum Schutz von Wohnungen und Häusern.

Auch wegen der teils schweren Hooligan-Ausschreitungen während der Fußball-EM in Frankreich verlangt der Innen- und Sportminister mehr Kameras im öffentlichen Raum. Die Videoüberwachung müsse in Deutschland ausgebaut werden, auch Body-Cams zum Schutz von Polizisten seien unverzichtbar.

Die Aufnahmen prügelnder Randalierer in Lille und Marseille würden "zumindest für die Strafverfolgung" helfen, so de Maizière in der "Rheinischen Post". "Vielleicht begreift jetzt auch der Letzte in Deutschland, dass mehr Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen in erster Linie eine Hilfe ist und nicht eine Beobachtung von Unschuldigen."

cht/dpa
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