Thüringen FDP wählt Kemmerich erneut zum Landeschef
Thomas Kemmerich (Archiv): 66,7 Prozent der Parteitagsstimmen für seine Wiederwahl
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Die Thüringer FDP hat Thomas Kemmerich erneut zu ihrem Landesvorsitzenden gewählt. Der 56-Jährige erhielt am Samstag auf einem Landesparteitag in Erfurt 66,7 Prozent der Stimmen. Er setzte sich in einer Kampfabstimmung mit 76 zu 33 Stimmen gegen einen Herausforderer durch.
Im Februar vergangenen Jahres hatte Kemmerich für einen Eklat gesorgt, als er im Erfurter Landtag überraschend zum Ministerpräsidenten gewählt wurde. Erstmals in Deutschland hatten dabei AfD-Stimmen den Ausschlag gegeben. Damit wurde die Wiederwahl von Bodo Ramelow (Linke) als Regierungschef durchkreuzt.
Die Wahl von Kemmerich löste bundesweit eine Welle der Empörung aus und stürzte Thüringen in eine tiefe Regierungskrise. Der FDP-Politiker trat wenige Tage später zurück. Er führte die Geschäfte ohne Regierung bis März. Ramelow wurde in seinem Amt als Ministerpräsident schließlich bestätigt. Seitdem führt er eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung an, die auf Unterstützung der CDU angewiesen ist.
Kemmerich hat das Amt als Landesvorsitzender der FDP in Thüringen seit 2015. Der gebürtige Aachener ist seit 2019 auch deren Fraktionschef im Landtag. Kemmerichs Gegenkandidat, der Weimarer Kreisvorsitzende Hagen Hultzsch, erhielt 29 Prozent der Stimmen.
Hultzsch hatte seine Kandidatur auch damit begründet, dass er den Delegierten eine personelle Alternative bieten wolle. Einzelne Delegierte kritisierten Kemmerichs Verhalten im vergangenen Jahr. Er habe damit nicht nur seine Reputation beschädigt, meinte ein Delegierter aus Ostthüringen.