Nach Provokation im Bundestag AfD-Abgeordneter Seitz mit Corona-Befund im Krankenhaus

Im November fiel er im Bundestag durch das Tragen einer löchrigen Maske auf. Nun ist der baden-württembergische AfD-Abgeordnete Thomas Seitz mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert worden.
AfD-Bundestagsabgeordneter Seitz (am 30. Oktober): »Prognose für eine zügige Entlassung«

AfD-Bundestagsabgeordneter Seitz (am 30. Oktober): »Prognose für eine zügige Entlassung«

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Nach einer Corona-Infektion wird der AfD-Bundestagsabgeordnete Thomas Seitz stationär im Krankenhaus behandelt. »Die Prognose für eine zügige Genesung ist laut Auskunft der behandelnden Ärzte günstig«, hieß es in einer Mitteilung seines Büros.

Der 53-Jährige dankte dem Personal des Klinikums in seiner Heimat Lahr im Schwarzwald für den Einsatz. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Seitz kam offenbar mit löchriger Maske zum Rednerpult

Seit Ausbruch der Pandemie haben sich laut Bundestagsverwaltung 23 der 709 Abgeordneten mit dem Coronavirus infiziert. Betroffen sind nach Angaben der Fraktion auch mehrere der 88 AfD-Abgeordneten.

Außerdem haben sich je 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fraktionen und von Abgeordneten, 41 Personen aus der Verwaltung sowie 10 Angestellte von Fremdfirmen wie Reinigungsdienste, Fahrdienst oder Handwerker mit dem Virus angesteckt. Allein in dieser Woche kamen 17 neue Infektionen hinzu.

Seitz war unter anderem bei einer Sitzung im November aufgefallen, als er mit einer offenkundig löchrigen Maske zum Rednerpult kam. Vizebundestagspräsidentin Claudia Roth (Grüne) untersagte ihm, damit zu seinem Platz zurückzugehen.

Sie reichte ihm eine frische FFP2-Maske. Als Seitz sich über den »Maulkorb« beschwerte, drohte ihm Roth ein Ordnungsgeld an. Sein Büro betonte, dass die AfD-Fraktion und Seitz Anfang des Jahres vor dem Virus gewarnt und eine ständige Evaluation des Pandemiefortschritts durch die Bundesregierung gefordert hätten.

Der gelernte Jurist wurde über die AfD-Landesliste Baden-Württemberg in den Bundestag gewählt. Im Zuge von Wahlkämpfen 2015 und 2017 war Seitz wegen rassistischer Äußerungen sein Beamtenstatus aberkannt worden.

fek/dpa