Union attackiert Grünenchefin Lang »Autobahnen zu blockieren, ist kein Kavaliersdelikt«

Grünenchefin Ricarda Lang hat Verständnis für Autobahnblockaden durch Klimaaktivisten geäußert. Unionsfraktionsmanager Thorsten Frei findet diese Haltung »nicht akzeptabel«.
CDU-Politiker Frei

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Foto: Jens Krick / Flashpic / picture alliance

Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei, macht der neuen Grünenchefin Ricarda Lang schwere Vorwürfe, nachdem sie Verständnis für Straßenblockaden durch Klimaaktivisten gezeigt hatte. »Autobahnen zu blockieren, ist kein Kavaliersdelikt«, sagte der CDU-Politiker dem SPIEGEL.

Lang, die erst seit wenigen Tagen Co-Vorsitzende der Grünen ist, hatte in einem Interview mit dem »Tagesspiegel« zu den jüngsten Aktionen von Klimaaktivisten gesagt: »Klar ist, es darf niemand gefährdet werden.« Sie halte zivilen Ungehorsam aber »für ein legitimes Mittel des politischen Protests, wenn er eben friedlich vonstattengeht«.

Die Aktivisten hatten in Berlin und anderen deutschen Großstädten zuletzt Straßen und Autobahnen blockiert, um so ihren Forderungen nach einem Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung und einer sofortigen Agrarwende Nachdruck zu verleihen.

Frei kritisiert Langs Haltung scharf. »Wir besitzen in Deutschland genügend Möglichkeiten, auf rechtmäßige Art und Weise zu protestieren und die eigene Meinung zum Ausdruck zu bringen«, so der CDU-Politiker. »Der gefährliche Eingriff in den Straßenverkehr gehört ganz sicher nicht dazu.«

Frei sagte mit Blick auf Langs Äußerungen: »Dass ausgerechnet Abgeordnete des Bundestags für dieses strafbewehrte Fehlverhalten öffentlich Verständnis äußern, ist nicht akzeptabel. Sie stehen vielmehr in der besonderen Pflicht, für unsere Rechtsordnung einzutreten.«

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