Gotha, Bischhagen, Xanten Wieder Brände in Asylbewerberheimen

In der Nähe von Gotha hat eine Flüchtlingsunterkunft gebrannt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Auch in Bischhagen und Xanten brachen Feuer in Asylbewerberheimen aus.

Notunterkunft für Flüchtlinge in Friemar: Ermittler gehen von Brandstiftung aus
DPA

Notunterkunft für Flüchtlinge in Friemar: Ermittler gehen von Brandstiftung aus


Schon wieder haben in Deutschland Gebäude für Flüchtlinge gebrannt: In Thüringen legten unbekannte Täter Feuer an einer bewohnten Unterkunft für Flüchtlinge im Kreis Gotha. Sie setzten die Fassade der Turnhalle in Brand. Das Feuer brach an vier mobilen Toiletten vor der Unterkunft in der Gemeinde Friemar aus und breitete sich dann aus, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus. Verletzt wurde niemand.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sprach von einem "feigen Mordanschlag". Nach Angaben von Friemars Bürgermeister Steffen John (CDU) klafft nun ein zwei mal zwei Meter großes Loch in der Wand zu den Umkleideräumen. "Das Gebäude kann wieder repariert werden", sagte eine Sprecherin. In der Turnhalle waren zum Zeitpunkt des Brands elf Flüchtlinge, darunter auch Kinder. "Sie waren geschockt und verängstigt", berichtete der Bürgermeister. Die Familien wurden noch am Morgen in andere Unterkünfte gebracht.

Brände in Bischhagen und Xanten

Am Tag zuvor war im Landkreis Eichsfeld ein Haus in Flammen aufgegangen, in das Flüchtlinge an diesem Montag einziehen sollten. Das Gebäude in Bischhagen ist unbewohnbar. Die Polizei schloss einen technischen Defekt als Ursache nicht aus. In dem Gebäude sei noch bis zum Vortag gearbeitet worden, sagte ein Sprecher. Außerdem seien technische Geräte an die Stromversorgung angeschlossen gewesen. Der Schaden wird auf 100.000 Euro geschätzt.

Auch in einer geplanten Unterkunft für Asylbewerber in Xanten am Niederrhein brach in der Nacht zum Sonntag ein Feuer aus. Nach ersten Ermittlungen sollen Spuren eines Brandbeschleunigers im Erdgeschoss des Gebäudes entdeckt worden sein. In der früheren Förderschule sei eine zerbrochene Glasflasche gefunden worden, sagte Xantens Bürgermeister Thomas Görtz. Außerdem habe es nach Benzin gerochen.

In Thüringen waren am Samstag mehrere Tausend Menschen gegen Aufmärsche von Rechtsextremen auf die Straße gegangen. Die größte Demonstration gab es in Jena. Dort setzten nach Polizeiangaben etwa 2500 Menschen ein Zeichen gegen Rechtsextremismus. Die Polizei sprach von einer aggressiven Stimmung. Fünf Beamte seien leicht verletzt worden. In Nordhausen demonstrierten laut Polizei 150 Menschen.

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Quelle: Amadeu Antonio Stiftung und Pro Asyl / Polizei / eigene Recherchen / dpa
Stand: 7. Januar 2016

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