Thüringer Landtag Offenbar hält nur noch eine Stimme die FDP über der Fünf-Prozent-Hürde

Die FDP zieht äußerst knapp in den Thüringer Landtag ein - oder doch nicht? Medienberichten zufolge wurde das Ergebnis nun um vier Stimmen nach unten korrigiert.

FDP-Spitzenkandidat Thomas Kemmerich und FDP-Chef Christian Lindner: Die Liberalen müssen um den Einzug in den Landtag bangen
HAYOUNG JEON/ EPA-EFE/REX

FDP-Spitzenkandidat Thomas Kemmerich und FDP-Chef Christian Lindner: Die Liberalen müssen um den Einzug in den Landtag bangen


Schon in der Nacht der Landtagswahl in Thüringen musste die FDP um den Einzug in den Landtag zittern, mit nur fünf Stimmen kam sie schließlich über die Fünf-Prozent-Hürde. Nun hat laut einem Bericht der "Thüringer Allgemeinen Zeitung" der Wahlkreisausschuss in Weimar die Zahl der dort für die Liberalen abgegebenen Stimmen nach unten korrigiert. Statt 1662 Stimmen haben sie im Wahlkreis 32 demnach nur 1658 Stimmen erhalten - somit läge die FDP nur noch mit einer Stimme über der Fünf-Prozent-Hürde.

Bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag war die Linke stärkste Kraft geworden. Sie gewann laut vorläufigem Endergebnis 31 Prozent der Stimmen. Darauf folgte die AfD mit 23,4 Prozent der Stimmen, auf dem dritten Platz lag die CDU mit 21,8 Prozent der Stimmen. Die SPD bekam nur 8,2 Prozent, die Grünen erreichten 5,2 Prozent der Stimmen.

Weitere Stimmverluste für FDP möglich

Die bisherige rot-rot-grüne Koalition hat damit ihre Mehrheit im Landtag verloren. Die Koalitionsbildung gestaltet sich äußerst schwierig. CDU und FDP haben eine Zusammenarbeit mit der Linken bereits ausgeschlossen. Denkbar wäre nun eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung unter Führung des bisherigen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow oder eine Minderheitsregierung der sogenannten Simbabwe-Koalition aus CDU, FDP, SPD und Grünen.

Fliegt die FDP aus dem Landtag, würde das die Mehrheitsverhältnisse noch einmal ändern. Weitere Stimmverluste für die FDP sind möglich - derzeit tagen sämtliche Stadt- und Wahlkreisausschüsse, um die Wahlergebnisse zu prüfen. Das amtliche Endergebnis wird am 7. November erwartet.

Zudem prüft laut MDR die Staatsanwaltschaft Erfurt eine Anzeige wegen Wahlfälschung gegen einen FDP-Politiker. Demnach habe er auf einen Wahlhelfer Einfluss genommen. FDP-Landeschef Thomas Kemmerich weist die Vorwürfe zurück.



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insgesamt 155 Beiträge
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Seite 1
Cratter18 31.10.2019
1.
Hoffen wir, dass die FDP es nicht in den Landtag schafft. Dann sind Mohrings Träume einer Minderheitsregierung direkt wieder beerdigt und RRG kann wohl weitermachen.
Abel Frühstück 31.10.2019
2.
Wenn sich der Vorwurf wegen Einflussnahme durch einen FDP-Politiker als wahr herausstellt, hat die FDP der Demokratie einen großen Schaden zugefügt. Das wäre ein gravierender Vorfall.
Emderfriese 31.10.2019
3. Weiter
Weiter suchen! Weiter suchen! Die eine Stimme kriegen wir auch noch weg. Irgendwas geht immer...
nurEinGast 31.10.2019
4. nun ja
ein Verlust wäre es jedenfalls nicht. Konstruktives ist von der FDP naturgemäss ja eh nicht zu erwarten.
Papazaca 31.10.2019
5. Diese eine Stimme ist sehr vielsagend
Die FDP ist eine Partei aus einer vergangenen Zeit. Heute ist sie eher ein Zufallsprodukt. Wie mit der der einen Stimme. Sie könnte drin sein, sie könnte draussen sein. Es interessiert niemanden mehr. Doch SPON. Hört sich fast an wie ein Nachruf.
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