Amtliches Endergebnis FDP schafft Einzug in Thüringer Landtag

Erleichterung bei der FDP: Die Liberalen sind im künftigen Erfurter Landtag vertreten. Das gab der Landeswahlleiter bekannt.

Thomas Kemmerich, Spitzenkandidat der FDP in Thüringen und Christian Lindner, Fraktionsvorsitzender und Parteichef
HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Thomas Kemmerich, Spitzenkandidat der FDP in Thüringen und Christian Lindner, Fraktionsvorsitzender und Parteichef


Knapp zwei Wochen nach der Landtagswahl in Thüringen ist es offiziell: Die FDP zieht mit 5,0 Prozent der Stimmen ins Thüringer Parlament ein. Das gab der Landeswahlleiter bei der Präsentation des amtlichen Endergebnisses bekannt. Ausschlaggebend waren letztlich 73 Stimmen über der Sperrklausel.

Die Liberalen hatten bei der Wahl nur denkbar knapp die Fünfprozenthürde übersprungen, weshalb es wegen möglicher Verschiebungen bei der Stimmenzahl bis zuletzt spannend blieb. Zwischenzeitlich lag der Vorsprung bei fünf Stimmen.

Die bisherigen vorläufigen Ergebnisse der Parteien wurden nun weitgehend bestätigt. Stärkste Partei wurde bei der Landtagswahl am 27. Oktober laut endgültigem Ergebnis die Linke mit 31 Prozent. Die AfD erreichte 23,4 Prozent der Stimmen, die CDU kam mit 21,7 Prozent nur auf den dritten Platz. Die SPD holte 8,2 Prozent, die Grünen kamen auf 5,2 Prozent.

Landtagswahl Thüringen 2019

Endgültiges Ergebnis

Zweitstimmenergebnis
Anteile in Prozent
CDU
21,7
-11,8
Die Linke
31
+2,8
SPD
8,2
-4,2
AfD
23,4
+12,8
Grüne
5,2
-0,5
FDP
5
+2,5
Sonstige
5,5
-1,6
Sitzverteilung
Insgesamt: 90
Mehrheit: 46 Sitze
29
8
5
5
21
22
Quelle: Landeswahlleiter

Die Regierungsbildung wird weiterhin schwierig bleiben, weil das favorisierte Bündnis von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) eine Minderheitsregierung bilden müsste und auf Stimmen anderer Fraktionen angewiesen wäre, um zu regieren.

Auch eine Konstellation unter Führung der CDU und ohne AfD hat keine Mehrheit. FDP und CDU haben eine feste Zusammenarbeit mit der Linken ausgeschlossen. Außerdem will keine der im künftigen Landtag vertretenen Parteien mit der AfD zusammenarbeiten.

Der Landeswahlausschuss prüfte in Erfurt jeden Wahlkreis einzeln. Dies sei angesichts des knappen Ausgangs der Wahl nötig, in dieser Form aber eher unüblich, hatte Krombholz eingangs gesagt. Die knappsten Ergebnisse hatte die FDP bisher beim Einzug in die Landesparlamente 2001 in Hamburg mit 680 Stimmen und 2013 in Hessen mit 911 Stimmen mehr als notwendig. In Thüringen hatte die FDP bei der Wahl 2014 den Einzug ins Parlament verpasst.



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cht/mho/AFP/dpa



insgesamt 76 Beiträge
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Seite 1
hansa54 07.11.2019
1. Der "Vorsprung" der FDP
lag zwischenzeitlich auch mal bei nur 1 Stimme!
Ottokar 07.11.2019
2. Toll
dann steht ja die Bildung einer Regierung von Parteien mit dem kleinsten Stimmenanteil nichts mehr im Wege.
charlybird 07.11.2019
3. Als
Demokrat muss man da wohl sagen: Wenn's denn so ist. Als politischer Mensch würde ich aber meinen: Schade, braucht man die wirklich ?
stelzerdd 07.11.2019
4. Regierungsbildung
Solange keine neue Landesregierung vom Landtag gewählt wird ist keine Regierungsbildung erforderlich. Die bisherige Landesregierung bleibt einfach im Amt. So ist es in Thüringen geregelt.
breguet 07.11.2019
5. Der Über-Lindner
Wenn man bedenkt wie wenig Leute die FDP wählen, auch Bundesweit, dann kann man sich nur über die große Präsenz von Lindner in den Medien wundern. Er gibt ja überall seinen Senf dazu und im Bundestag benimmt er sich als sei die FDP eine Volkspartei, ohne die es nicht geht. Gestern Abend bei Maischberger, die neue Frontfrau von der FDP, wozu, was macht die da. Sie repräsentiert eine Kleinstpartei die jede Wahl auf die 5% Hürde hofft.
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