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06. November 2014, 08:58 Uhr

CDU-Niederlage in Thüringen

Parteikollegen drängen Lieberknecht zum Rückzug

Sie hatte mit der CDU die Wahlen in Thüringen gewonnen, mangels Koalitionspartner kann Christine Lieberknecht aber wohl nicht weiterregieren. Nun üben Parteikollegen Druck auf Lieberknecht aus, den CDU-Landesvorsitz aufzugeben.

Weimar - Angesichts der Niederlage der CDU im Thüringer Machtpoker wird in der Landespartei der Ruf nach einem Rückzug der Vorsitzenden laut. "Christine Lieberknecht wäre gut beraten, wenn sie am Sonnabend beim Treffen des Landesvorstands mit den Kreischefs bekanntgeben würde, beim Parteitag am 13. Dezember nicht erneut als Vorsitzende anzutreten", sagte die Vizevorsitzende der Landtagsfraktion Christina Tasch der "Thüringischen Landeszeitung": "Ich sehe Fraktionschef Mike Mohring als neuen CDU-Landesvorsitzenden."

Auch der Landesvorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) Gerd Albrech, sprach sich für Mohring an der Spitze der CDU in Thüringen aus. Er wäre "ein guter Parteivorsitzender", sagte er der Zeitung.

Mehr als sieben Wochen nach der Landtagswahl hatten am Mittwoch die Koalitionsverhandlungen für eine Regierung von Linken, SPD und Grünen begonnen. Rot-Rot-Grün würde die seit 24 Jahren andauernde Regierungszeit der CDU in Thüringen beenden. Diese hatte die Wahl zwar gewonnen, ihr fehlt aber ein Koalitionspartner.

Stattdessen könnte der Spitzenkandidat der Linken, Bodo Ramelow, schon Anfang Dezember im Erfurter Landtag von Grünen, SPD und Linken zum Ministerpräsidenten gewählt werden - die CDU wäre dann gemeinsam mit der AfD in der Opposition.

mxw/dpa/AFP

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