Thüringens CDU-Chef Mohring gibt offenbar Anspruch auf Regierungsamt auf

Vier Wochen nach der herben Schlappe bei der Landtagswahl kommt die Thüringer CDU nicht zur Ruhe. Mike Mohring will sich laut einem Medienbericht nicht um das Amt des Ministerpräsidenten bewerben.

Mohring in Leipzig: Spärlicher Applaus
CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX

Mohring in Leipzig: Spärlicher Applaus


Thüringens CDU-Chef Mike Mohring schließt eine Kampfkandidatur gegen den bisherigen Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) aus. Das bestätigte er der "Thüringer Allgemeinen". Dem Bericht zufolge will sich Mohring nicht um das Amt des Ministerpräsidenten bewerben. "Wir beantragen keine Ministerpräsidentenwahl und stellen also auch keinen Kandidaten auf", sagte er der Zeitung.

Vier Wochen nach der Landtagswahl streitet die Thüringer CDU heftig über ihren weiteren Kurs. Bei einer Rede auf dem Landestag der Jungen Union (JU) erhielt Mohring von den Delegierten nur spärlich Applaus. Heftige Kritik erntete er für seine Gespräche mit FDP, SPD und Grünen für eine Minderheitsregierung - ein sogenanntes Simbabwe-Bündnis. "Wir haben mit Platz 3 keinen Regierungsauftrag", betonte sein Vize Mario Voigt. Der Wählerauftrag laute Opposition.

Zuletzt hatte zudem auch die Landtagsabgeordnete Beate Meißner schwere Vorwürfe gegen den ohnehin angeschlagenen Landes- und Fraktionschef Mohring erhoben. Meißner äußert offene Zweifel an dessen Integrität und Führungsqualität (mehr zu den Hintergründen erfahren Sie hier).

Landtagswahl Thüringen 2019

Endgültiges Ergebnis

Zweitstimmenergebnis
Anteile in Prozent
CDU
21,7
-11,8
Die Linke
31
+2,8
SPD
8,2
-4,2
AfD
23,4
+12,8
Grüne
5,2
-0,5
FDP
5
+2,5
Sonstige
5,5
-1,6
Sitzverteilung
Insgesamt: 90
Mehrheit: 46 Sitze
29
8
5
5
21
22
Quelle: Landeswahlleiter

Nach der Thüringer Landtagswahl am 27. Oktober verfügen weder die bisherige rot-rot-grüne Koalition noch eine mögliche CDU-geführte Regierung mit SPD, Grünen und FDP über eine Mehrheit im Landesparlament.

vks/dpa

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Seite 1
Tom Herford 25.11.2019
1.
"Wir haben mit Platz 3 keinen Regierungsauftrag", betonte sein Vize Mario Voigt. Der Wählerauftrag laute Opposition." Jeder verlachte Stammtisch hat das gewusst, eine angeblich gebildete CDU Führung braucht dafür Wochen, aber es ist natürlich schwer, sich von Posten, Pöstchen und prominenter Aufmerksamkeit zu trennen. Tut gut zu sehen, wie die CDU langsam wieder auf Normalität zurechtgestutzt wird. Hoffentlich bald auch einstellig in Wahlergebnissen. Ich sage nur Fall Wenzel und Sachsen-Anhalt.
caliper 25.11.2019
2. Minderheitsregierung!
Damit eröffnet sich eine Chance für mehr Demokratie. Die drei grösseren Parteien machen Vorschläge und versuchen Mehrheiten zu organisieren. Bei dieser Konstellation kann man es sich nicht lange leisten Vorschläge nur deswegen abzulehnen weil sie von der falschen Seite kommen. Man sammelt keine Argumente und Pluspunkte wenn man sich nicht in der Lage zeigt Kompromisse zu schließen. Gerade die beiden extremeren Parteien müssen da aufpassen nicht zu überziehen. Es muss um Inhalte und um die Sache gehen.
lutzi-lange 25.11.2019
3. Wahnsinn !
Für seine Machtgeilheit die Note 1. Für seinen Realitätssinn eine glatte 6.
Europa-Realist 25.11.2019
4. Kein Personal in Thüringen?
Machen wir uns doch nichts vor: Schon Dieter Althaus war nicht der souveräne Politiker, den man sich zumindest als Ministerpräsidenten eines Landes wünschen dürfte. Da machten Bernd Vogel und Bodo Ramelow bisher eine deutlich bessere Figur! Christine Lieberknecht war dann schon eine Zumutung, aber Mike Mohring ist nur noch peinlich! Hat die CDU denn kein Personal in Thüringen? Was ist denn z.B. mit Tankred Schimpanski oder anderen Bundestagsabgeordneten der CDU aus Thüringen?
cimarol 25.11.2019
5. Unglaubliches Verhalten
des Herrn Mohring. Nach einem solchen Wahlergebnis für seine Partei alleine nur eine solche Option in den Mund zu nehmen ist eine Frechheit allen Wählern gegenüber. Selbst in der CDU werden wohl die meisten denken, da hat jemand Demokratie nicht verstanden Hauptsache an die Macht unter dem Deckmantel "ich weiß am besten was für Thüringen gut ist", selten so gelacht.
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