Thüringen NPD droht schwarzem CDU-Politiker

Aus Sorge um die Sicherheit eines schwarzen Parteimitglieds hat die thüringische CDU den Staatsschutz eingeschaltet: Die rechtsextreme NPD hatte über den gebürtigen Angolaner gesagt, sie werde das "direkte Gespräch mit dem CDU-Quotenneger" suchen.


Erfurt - Auf Großplakaten wirbt Zeca Schall in Thüringen neben Ministerpräsident Dieter Althaus für CDU-Stimmen zur Landtagswahl am 30. August. Der 45-jährige gebürtige Angolaner hat zuvor schon für den Kreistag von Hildburghausen kandidiert - jetzt sorgt sich seine Partei um die Sicherheit des schwarzen Politikers und fürchtet rassistisch motivierte Übergriffe auf Schall. Grund ist die rechtsextreme NPD.

CDU-Politiker Schall: Drohungen von der NPD
DPA

CDU-Politiker Schall: Drohungen von der NPD

Die rechtsextreme Partei kündigte am Dienstag per Pressemitteilung an, "das direkte Gespräch mit dem CDU-Quotenneger Zeca Schall" zu suchen. Man wolle Schall "zur Heimreise animieren".

Die CDU schaltete daraufhin den Staatsschutz ein. "Wir haben den Staatsschutz gebeten, zu prüfen, wieweit Zeca Schall vor rechtsextremen Übergriffen geschützt werden kann", sagte der Sprecher der CDU Thüringen, Heiko Senebald, am Dienstag in Erfurt. Es sei unglaublich, wie menschenverachtend die NPD im Wahlkampf vorgehe, erklärte Senebald dazu. In erster Linie gehe es um die Sicherheit des CDU-Politikers. Die Partei prüfe aber auch juristische Schritte.

Schall ist Integrationsbeauftragter seiner Partei. Er war 1988 aus Angola nach Hildburghausen gekommen.

hen/AP



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.