Thüringen Ilm-Kreis verbietet Rechtsrock-Konzert in Kirchheim

Veranstalter eines Rechtsrock-Konzertes in Thüringen wollten von Apolda nach Kirchheim umziehen. Das haben ihnen nun die Behörden untersagt.

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) in Apolda
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Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) in Apolda


Ein kurzfristig angemeldetes Rechtsrock-Konzert im thüringischen Kirchheim bei Arnstadt ist am Samstag wenige Stunden vor Beginn verboten worden. Der Ilm-Kreis als Verwaltungsbehörde habe es untersagt, sagte Innenminister Georg Maier (SPD). Die Veranstalter hätten von Apolda nach Kirchheim umziehen wollen.

Die "Thüringer Allgemeine" berichtete, die Veranstalter hätten laut Maier von Apolda nach Kirchheim umziehen wollen, weil sie dort bessere Technik zur Verfügung hätten. Weil die Versammlung aber erst in der Nacht zu Samstag telefonisch angemeldet worden sei, hätten die Behörden nicht genug Zeit gehabt, die Sache zu prüfen. Das Landratsamt habe erst am Samstagmorgen um sieben Uhr davon erfahren.

Bereits am Freitagabend hatten auf dem Marktplatz in Apolda nach Polizeiangaben etwa 750 Menschen an einem Rechtsrock-Konzert teilgenommen. Dabei wurden unter anderem sechs Anzeigen wegen des Verwendens von verfassungswidriger Organisationen sowie drei Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsrecht aufgenommen. Gegen das Konzert hatten etwa hundert Menschen protestiert.

Die Polizei kontrollierte die Personalien von 109 Konzertbesuchern und zehn Demonstranten. Unterstützt wurde die Polizei Thüringen von Beamten der Bundespolizei sowie von Polizisten aus drei anderen Bundesländern.

Eigentlich hatte das Konzert im 15 Kilometer entfernten Magdala stattfinden sollen. Das Amtsgericht Weimar hatte dem Veranstalter aber am Freitag kurz vor dem Beginn die Nutzung von Zufahrtswegen zum Konzertgelände untersagt. Daneben Magdala auch Apolda als Konzertort angemeldet worden war, konnten die Veranstalter kurzfristig umziehen.

In Apolda sind für diesen Samstag weitere Protestaktionen geplant. Dazu aufgerufen hat ein Bürgerbündnis, das auch aus der Landespolitik unterstützt wird. Auf dem Konzertort auf dem Marktplatz von Apolda hatten Parteien, Verbände und ein Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Informationsstände aufgebaut. Am Vormittag gab es einen ökumenischen Gottesdienst, an dem auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) teilnahm.

Bis Samstagabend werden mehrere Tausend Anhänger der rechten Szene in Apolda erwartet. Thüringen gilt als bundesweite Hochburg von Neonazi-Konzerten.

ulz/dpa

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