Nach der Landtagswahl Parteien verhandeln in Thüringen über mögliche Koalitionen

Parteispitzen von CDU und SPD in Thüringen sind am Montag zu einem ersten Sondierungsgespräch zusammengekommen, die rot-rot-grünen Verhandlungen werden noch diese Woche fortgesetzt. Die SPD rechnet nicht mit einer Einigung vor Mitte Oktober.

Schwarz-rote Verhandlungspartner in Thüringen: Sondierungsgespräche bis Mitte Oktober
DPA

Schwarz-rote Verhandlungspartner in Thüringen: Sondierungsgespräche bis Mitte Oktober


Erfurt - In Thüringen sind nach der Landtagswahl mehrere Koalitionskonstellationen möglich, eine Woche später finden Sondierungsgespräche statt: CDU und SPD sind am Montag in Erfurt zu ersten Verhandlungen zusammengekommen, um die Chancen für eine Regierungsbildung auszuloten. Dabei hat Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) den Sozialdemokraten eine Fortsetzung der bisherigen gemeinsamen Koalition angeboten.

Sowohl Schwarz-Rot als auch Rot-Rot-Grün hätten im Landtag nur eine knappe Mehrheit von einer Stimme. Deshalb wird auch die Möglichkeit diskutiert, dass die Grünen gemeinsam mit CDU und SPD regieren, um dadurch eine breitere Mehrheit zustande zu bringen. Gleichzeitig spricht die SPD auch mit Linkspartei und Grünen über ein mögliches Bündnis.

Die rot-rot-grünen Sondierungen werden am Dienstag und Donnerstag fortgesetzt. Sollte es in Thüringen zu einem rot-rot-grünen Bündnis kommen, würde mit Bodo Ramelow erstmals ein Linken-Politiker Ministerpräsident werden.

Grüne: kein "Ersatzrad"

Verhandlungsführer der SPD ist der designierte Landeschef Andreas Bausewein. Er rechne insgesamt mit drei- bis vierwöchigen Sondierungen, sagte er am Montag. Bausewein gilt selbst als Befürworter einer Zusammenarbeit mit den Linken. Der SPD-Politiker hatte jedoch angekündigt, er wolle ergebnisoffen in die Gespräche gehen.

Die Thüringer Grünen sehen eine mögliche Zusammenarbeit mit den Christdemokraten skeptisch: Die grüne Landesvorsitzende Stephanie Erben betonte mehrfach, ihre Partei werde nicht das "Ersatzrad" in einer Konstellation mit CDU und SPD sein.

vek/dpa/AFP

insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
friedrich_eckard 22.09.2014
1.
Der LINKEN wird man das nicht besonders sagen müssen, die GRÜNEN scheinen es auch begriffen zu haben, aber der SPD kann man es nicht oft genug sagen: die Chance, die sich in Thüringen bietet, wird sobald nicht und vielleicht überhaupt nicht mehr wiederkommen - versaut das nicht!
abrweber 22.09.2014
2. Es kann nur
eine Lösung geben. Rot, rot grün--Wenn man aus dem Zwang der großen Koalition in Berlin herauskommen will, muss man das jetzt mindestens versuchen.Für die SPD scheint das egal zu sein. Die haben vor 4 Jahren die Chance nicht genutzt und wurden abgestraft.viel niedriger kann das Wahlergebnis in vier Jahren nicht mehr werden.
Fürstengruft 22.09.2014
3. Viele alte SED-ler sind schon tot
Nach 25 Jahren sind die damals strammen SED-Genossen entweder schon tot oder haben Alzheimer. Von den Alten geht keine politische Gefahr mehr aus. Man muss den Linken zugestehen, dass sie sich von den Altparolen distanziert und neu aufgestellt haben. Eine Sarah Wagenknecht z. B. als SED-Genossin zu bezeichnen, wäre einen Esel mit einem Rennpferd zu vergleichen. Vergleichen wir mal die Zeiten mit der BRD nach 1945. 25 Jahre danach, würde 1970 entsprechen, eine vollkommen neue Zeit.
Partyboy. 22.09.2014
4.
Lieberknecht wird nie MP werden, denn es wird der "Heidemörder" umgehen.
guilty 22.09.2014
5. genau
das gegenteil ist der fall , die spd wird als wurmfortsatz der cdu bald den weg der fdp gehen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.