Thüringen Triumph für die CDU - Fiasko für die SPD

Die Christdemokraten in Thüringen erreichten unter Ministerpräsident Bernhard Vogel die absolute Mehrheit und setzten damit ihren Siegeszug fort. Für die SPD kam es knüppeldick: Sie verloren elf Prozentpunkte und wurden erstmals in einem Bundesland nur noch drittstärkste Kraft hinter der PDS.

Die SPD muss nach Hessen, Brandenburg und dem Saarland zum vierten Mal seit der Bundestagswahl Regierungsmacht in einem Land abgeben - der Unions-geführte Block im Bundesrat überrundet nun die SPD-Seite. Für die rot-grüne Bundesregierung wird es damit immer schwerer, ihre Entscheidungen in der Länderkammer durchzubringen. Die PDS verbesserte ihr Ergebnis deutlich. Die rechtsextreme DVU sowie die Grünen und die FDP scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis steigerte sich die CDU um 8,4 Prozentpunkte auf 51,0 Prozent. Die SPD verlor elf Prozentpunkte und erreichte 18,5 Prozent. Die PDS legte um 4,8 Prozentpunkte zu und kam auf 21,4 Prozent. Grüne und FDP schafften mit 1,9 und 1,1 Prozent den Sprung in den Landtag wieder nicht. Auch die DVU blieb mit 3,1 Prozent draußen.

Demnach ergibt sich folgende Sitzverteilung: CDU 49 Sitze, SPD 18, PDS 21. Die Wahlbeteiligung war mit 59,9 Prozent niedrig (1994: 74,8 Prozent).

Von seinen Anhängern mit Jubel gefeiert, sprach der alte un dneue Ministerpräsident Bernhard Vogel am Sonntagabend in Erfurt von einem guten Ergebnis. Es habe den Anschein, als werde es in seinem Land stabile Verhältnisse geben. "Ich freue mich. Ich freue mich sehr", rief er aus. Besonders erfreulich sei auch, dass die Rechtsextremisten im Land kaum Stimmen erhalten hätten.

In Thüringen konnte die SPD ihre Talfahrt nach dem Streit um Sparpaket und Rentenpläne nicht stoppen. Auch die jüngsten Personalentscheidungen von SPD-Chef Schröder konnten daran offenbar nichts ändern. Nach dem Verlust der Alleinherrschaft in Brandenburg und dem Saarland hatte die SPD-Spitze Müntefering als Generalsekretär nominiert, um die von Flügelkämpfen gezeichnete Partei wieder zu stärken. Die Landespartei musste aber in Thüringen ihr schlechtestes Ergebnis seit der Einheit hinnehmen. Nach Infratest dimap spielte die Wirtschaftspolitik für die Wähler eine entscheidende Rolle.

Die CDU setzte in Thüringen, wo knapp zwei Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen waren, ihre Erfolgsserie fort. Seit der Bundestagswahl vor einem Jahr gab es für die CDU stets nur Zuwächse. In Hessen, Brandenburg und dem Saarland erreichte die Partei sogar jeweils Regierungswechsel. Auch bei der Europawahl lag die CDU deutlich vor der SPD.

Bei der vergangenen Landtagswahl vor fünf Jahren hatte die CDU 42,6 Prozent der Stimmen erreicht. Die SPD kam auf 29,6, die PDS auf 16,6 Prozent. Grüne und FDP scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde. CDU und SPD regierten seitdem gemeinsam.