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28. Oktober 2019, 11:42 Uhr

Nach Thüringen-Wahl

Zentralrat der Juden appelliert an AfD-Wähler

Wer die AfD wähle, wähle den Weg in ein antidemokratisches Deutschland. Mit deutlichen Worten hat sich der Präsident des Zentralrats der Juden an Bürger gewandt, die in Thüringen für die Rechtspartei stimmten.

Nach dem Erstarken der AfD bei der Landtagswahl in Thüringen hat der Zentralrat der Juden in Deutschland an die Wähler der Partei appelliert. "Jeder, der am Sonntag die AfD gewählt hat, trägt eine Mitverantwortung dafür, dass das Fundament unserer Demokratie sukzessive untergraben wird", sagte Zentralratspräsident Josef Schuster.

Wer die AfD wähle, wähle den Weg in ein antidemokratisches Deutschland, so Schuster. "Wer AfD wählt, wählt den Abschied von den Freiheiten unseres demokratischen Rechtsstaats."

"Fast ein Viertel der Wähler hat sich für eine rechtsradikale Partei entschieden"

Es sei aber "von jedem mündigen Bürger zu erwarten, dass er sich genau anschaut, welche Partei er wählt", erklärte Schuster weiter. Die "Ausrede der Protestwahl" ziehe nicht mehr. Die AfD fange "mit billiger rassistischer Stimmungsmache und Abwertung der regierenden Parteien" ihre Wähler ein.

Bei der Wahl am Sonntag habe sich "fast ein Viertel der Wähler in Thüringen (...) für eine rechtsradikale Partei entschieden", kritisierte der Zentralratspräsident. "Gerade in Thüringen gibt es keinen Zweifel an der rechtsnationalen Ausrichtung der AfD, die meiner Meinung nach als antidemokratisch einzustufen ist."

Die AfD war bei der Wahl am Sonntag mit 23,4 Prozent zweitstärkste Partei geworden. Geführt wird der thüringische Landesverband von AfD-Rechtsaußen Björn Höcke.

asa/AFP

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