Gericht stoppt Veranstaltung Thüringer Rechtsrock-Konzert musste umziehen

Die Bühne für das Neonazi-Konzert in Magdala war schon aufgebaut. Doch dann untersagte ein Gericht dem Veranstalter, die Anfahrtswege zu nutzen. Der wich nun auf eine andere Stadt in Thüringen aus.

Polizeibeamte beim Rechtsrock-Festival in Themar (Archivbild)
DPA

Polizeibeamte beim Rechtsrock-Festival in Themar (Archivbild)


Das umstrittene Rechtsrock-Konzert im thüringischen Magdala wird laut Polizei nicht wie geplant in der Kleinstadt stattfinden. Das Amtsgericht Weimar untersagte dem Veranstalter am Freitag kurzfristig die Nutzung von Zufahrtswegen zu dem Konzertgelände an der Autobahn 4, wie die Polizei mitteilte. Die Veranstaltung sollte den Angaben zufolge deshalb ins etwa 15 Kilometer entfernte Apolda verlegt werden. "Wir verlegen Teile unserer Einsatzkräfte daher ebenfalls nach Apolda", teilte die Polizei via Twitter mit.

Zu dem zweitägigen Konzert, das am Freitagabend starten sollte, wurden Tausende Neonazis erwartet. Die Zufahrtswege zu dem Gelände in Magdala, wo die Bühnentechnik bereits aufgebaut war, wurden nach der Entscheidung abgesperrt. Allerdings war neben Magdala auch Apolda für beide Tage als Konzertort angemeldet worden. Ob das Rechtsrock-Konzert dort in der geplanten Größenordnung und dem kompletten Programm stattfindet, war am Freitag zunächst noch unklar. Lokale Medien berichten, auf dem Marktplatz von Apolda hätten sich Hunderte Zuhörer versammelt, das Konzert habe begonnen.

Die Polizei meldete kurz Zeit darauf via Twitter, man habe etwa 500 Versammlungsteilnehmer gezählt, die Lage sei ruhig:

Später teilte die Polizei Thüringen mit, man habe eine Art Flutlichtanlage aufgebaut, um den Marktplatz von Apolda besser auszuleuchten - eine Sicherheitsmaßnahme.

Auch in Apolda hatte man versucht, die Veranstaltung noch per Gerichtbeschluss zu verhindern. Doch der Veranstalter hatte sich erfolgreich mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht Weimar gegen Auflagen der Versammlungsbehörden für den Apoldaer Marktplatz gewehrt. Die Einschränkungen seien nur zulässig, wenn eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung bestehe, die durch handfeste Tatsachen belegt sei, teilte das Gericht mit. Bloße Verdachtsmomente und Vermutungen genügten hingegen nicht.

Innenminister Georg Maier (SPD) bezeichnete den Umzug nach Apolda dennoch als Erfolg. Für die Stadt allerdings sei dadurch eine schwierige Lage entstanden. "Die Bürger von Apolda sind jetzt die Leidtragenden." Maier äußerte sein Unverständnis darüber, dass das Verwaltungsgericht Weimar am Freitag für die zwei Veranstaltungstage in Apolda nahezu alle Auflagen der Versammlungsbehörde gekippt hat.

oka/dpa



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