Titelseite "taz" outet Rechtsextreme


Berlin - Die Berliner "tageszeitung" will die nach ihrer Einschätzung wichtigsten Führungspersonen der rechten Szene abbilden. In der Samstagausgabe werden auf der Titelseite 22 Aktivisten gezeigt, wie das Blatt am Freitag ankündigte. Neben dem NPD-Vorsitzenden Udo Voigt, dem Alt-Nazi Manfred Roeder und dem früheren RAF-Anwalt Horst Mahler sollen dies hauptsächlich weniger bekannte, aber wichtige Personen des rechten Spektrums sein.

"Das sind die Gesichter, die gezeigt werden müssen", erklärte der stellvertretende Chefredakteur Peter Unfried. "Die Leute haben ein Recht darauf zu wissen, mit wem sie es zu tun haben." Der Schutz der Meinungsfreiheit bedeute nicht, dass man Neonazis und Rechtsextremisten vor öffentlicher Aufmerksamkeit schützen müsse, rechtfertigte die Zeitung das "Outing". Erst kürzlich hatte in Großbritannien ein Boulevardblatt in einer Kampagne gegen Kinderschänder Fotos verurteilter Sexualverbrecher abgedruckt; die Aktion wurde nach einem Fall versuchter Lynchjustiz wieder eingestellt.

Die Abbildungen in der "taz" sind nach Angaben der Zeitung Teil einer am gleichen Tag anlaufenden Kampagne "Z" wie Zivilcourage. Das Ziel sei die Aktivierung der Zivilgesellschaft und eine Vernetzung der Mehrheit, um die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit Gewalt zu fördern. Die Aktion wird den Angaben zufolge von weiteren Medien und Unternehmen mitgetragen; ihr Symbol ist ein orangefarbenes "Z" auf schwarzem Grund.

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