Saarländischer Regierungschef Hans CDU-Ministerpräsident will Super um 50 Cent billiger machen

Wegen des Kriegs in der Ukraine steigen die Spritpreise drastisch. Nun will ein prominenter, wahlkämpfender Unionspolitiker die Deutschen beim Tanken entlasten.
Wahlkämpfer Tobias Hans (CDU): Unter Druck

Wahlkämpfer Tobias Hans (CDU): Unter Druck

Foto: Oliver Dietze / picture alliance/dpa

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans drängt auf eine staatliche Spritpreisbremse. Der CDU-Politiker sagte der »Rheinischen Post«: »Ausgehend von aktuell 2,15 Euro für den Liter Super E10 können wir mit einer Spritpreisbremse einen Preis von 1,62 Euro pro Liter erreichen, also 53 Cent billiger als derzeit.« Der erste nötige Schritt dafür sei eine vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent (derzeit: 19 Prozent).

Hans forderte ein »Eilverfahren zwischen Bundestag und Bundesrat«, um das umzusetzen. Die Erfahrungen der Pandemie zeigten, dass hier Tempo möglich sei. In einem zweiten Schritt müssten die Energiesteuern auf das Minimum gedrosselt werden, das die EU zugestehe. Hans betonte, wichtig sei, »dass es ein Signal gibt, wir handeln«.

Der Ministerpräsident hat im Saarland Ende des Monats Landtagswahlen vor sich. In Umfragen liegt er deutlich hinter seiner Herausforderin von der SPD. Bereits vor wenigen Tagen hatte er mit einem kurzen Video via Twitter gefordert, bei den Spritpreisen müsse »gehandelt werden«.

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Seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine haben die Spritpreise extrem zugelegt: Diesel hat sich in den gut zwei Wochen um fast 40 Prozent verteuert, E10 um gut 25 Prozent.

Wertverlust spielt wichtige Rolle

Einer Berechnung des Automobilclubs ADAC zufolge sind die Gesamtkosten pro Kilometer binnen einem Jahr indes deutlich weniger gestiegen als die reinen Spritpreise. Bei den Gesamtkosten werden zum Beispiel Wertverlust und Fixkosten einbezogen .

Der ADAC nennt als ein Beispielfall einen typischen neuen Benziner der Kompaktklasse, 5,5 Liter Verbrauch, jährliche Fahrleistung 12.000 Kilometer, Haltezeit vier Jahre. Die Gesamtkosten betragen demnach 67,2 Cent pro Kilometer bei einem Spritpreis von 2,20 Euro pro Liter E10. Mit den Spritpreisen vor einem Jahr – damals kostete E10 nur 1,45 Euro pro Liter – wären es demnach 63,1 Cent pro Kilometer. Ein Plus im Jahresvergleich von nur etwa sechs Prozent.

Bei einem neuen typischen Diesel der unteren Mittelklasse, der 20.000 Kilometer im Jahr fährt, vier Jahre gehalten wird und 4,5 Liter pro 100 Kilometer verbraucht, betragen die Gesamtkosten zurzeit 69,1 Cent pro Kilometer. Mit den Preisen des März 2021 wären es 64,5 Cent – ein Anstieg von etwa sieben Prozent. Entscheidender Grund ist, dass in beiden Fällen der Wertverlust des Autos die Spritkosten in den Hintergrund drängt.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes erweckte eine Formulierung den falschen Eindruck, ein um 50 Cent günstigerer Superpreis sei allein durch die Senkung der Mehrwertsteuer erreichbar. Wir haben die Passage geändert.

sms/dpa/AFP
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