Todesstrafe Bundesregierung gewinnt Klage gegen USA

Den Brüdern Karl und Walter LaGrand hilft es nichts mehr, doch die Bundesrepublik hat im Rechtsstreit über ihre Hinrichtung vor dem Internationalen Gerichtshof einen Sieg errungen. Die USA verletzten nach Ansicht des Gerichts die Rechte der Verurteilten.


Walter Lagrand
AP

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Den Haag - Die Richter entschieden, dass die USA gegen internationales Recht verstießen, als sie die Brüder nicht darüber informierten, dass ihnen Rechtsbeistand durch das Konsulat zugestanden hätte.

Die Deutschen waren im US-Staat Arizona wegen der Ermordung eines Bankfilialleiters zum Tode verurteilt und 1999 hingerichtet worden. Die deutschen Behörden erfuhren erst 1992 von dem Fall, als alle Rechtsmittel bereits ausgeschöpft waren.

Karl Lagrand
AP

Karl Lagrand

Die Bundesregierung reichte ihre Klage einen Tag vor der Hinrichtung Walter LaGrands ein, der am 3. März 1999 in der Gaskammer von Arizona starb. Sein Bruder Karl war bereits am 24. Februar hingerichtet worden. Der IGH verlangte von den Justizbehörden in Arizona einen Aufschub der Exekution, die aber nicht gewährt wurde. Die USA haben inzwischen eine Verletzung der Wiener Konvention über konsularische Beziehungen aus dem Jahr 1963 eingeräumt.



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