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Materialnot bei Bundeswehr-"Tornados" Die Radmuttern werden nicht mehr hergestellt

Der Kampfjet "Tornado" muss ersetzt werden, die Instandhaltung kostet Milliarden, beklagt der Bundesrechnungshof. Aber Streit zwischen Airbus und der US-Industrie verhindert eine Lösung.
aus DER SPIEGEL 16/2020
Techniker bei Flugzeugwartung in Jagel: "Bereits heute nur noch bedingt einsatzreif"

Techniker bei Flugzeugwartung in Jagel: "Bereits heute nur noch bedingt einsatzreif"

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Mikael Grunwaldt / DER SPIEGEL

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Der Bundesrechnungshof hat die ausbleibende Entscheidung für die Nachfolge des deutschen Kampfjets Tornado scharf kritisiert. Die Prüfer schreiben in einem vertraulichen Bericht, der weitere Betrieb des in die Jahre gekommenen Waffensystems sei "sehr riskant und mit erheblichem finanziellen Aufwand verbunden". Die Zusatzkosten für den Steuerzahler beziffern die Prüfer auf 7,7 Milliarden Euro, wenn der "Tornado" bis 2030 weiterfliege. Würde er erst 2035 ausgemustert, fallen demnach sogar 10,2 Milliarden Euro an. Die Bundesregierung hatte die Entscheidung für ein Nachfolgermodell immer wieder verschoben.

Ende August 2019 landet auf dem Fliegerhorst in Büchel eine große Transportmaschine. Die C-17 "Globemaster" gehört zum 62nd Airlift Wing in Tacoma, Washington, dem einzigen US-Geschwader, das Atombomben und deren Bauteile transportieren darf.

Die Operation, die nun in den nächsten Stunden in der rheinland-pfälzischen Provinz abläuft, ist streng geheim. Das Pentagon hat die Deutschen erst kurz vorher eingeweiht. In Berlin spielen die Experten des Verteidigungsministeriums in einem abhörsicheren Raum mögliche Szenarien durch. Ist die Bundeswehr vorbereitet, wenn in Büchel ein nukleares Unglück passiert? Am Ende entscheidet die kleine Runde, eigene ABC-Abwehreinheiten nur in Bereitschaft zu versetzen. Alles andere würde zu schnell durchsickern.

Im Norden des Fliegerhorsts liegt ein streng abgeschirmtes Areal. Hier stehen deutsche "Tornado"-Kampfflugzeuge in gehärteten Betonhangars. Neben ihnen, in unterirdischen Silos, lagern rund 20 taktische US-Atombomben vom Typ B-61, die im Ernstfall von deutschen Piloten eingesetzt werden könnten.

48 Stunden lang ist Deutschland atomwaffenfreie Zone

An diesem Tag im August geben amerikanische Soldaten die geheimen Aktivierungscodes ein, und in den Hangars fahren langsam die Munitionsaufzüge nach oben. Erst hebt sich die dicke Bodenplatte, dann schiebt die Hydraulik Zentimeter für Zentimeter ein Stahlgestell aus der Tiefe, in dem bis zu vier Atombomben hängen. Mit einem Spezialtransporter werden sie in die wartende "Globemaster" verladen und zum Software-Update in die USA geflogen.

48 Stunden lang ist Deutschland eine atomwaffenfreie Zone, und niemand bekommt es mit.

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