Transatlantische Beziehungen US-Botschafter Coats fordert Entgegenkommen Europas

US-Botschafter Coats hat Entwarnung gegeben: Seinen Worten nach werden die USA auch nach der Wiederwahl von George W. Bush keine deutsche Soldaten für den Irak anfordern. Der als Nachfolger von Pentagonchef Rumsfeld gehandelte Coats verlangte von den Europäern jedoch mehr Engagement für die transatlantischen Beziehungen.


Coats: "Man sagt nie nie zum US-Präsidenten"
AP

Coats: "Man sagt nie nie zum US-Präsidenten"

Frankfurt am Main - "Die US-Regierung hat akzeptiert, dass Deutschland in vorhersehbarer Zukunft keine Bundeswehrsoldaten in den Irak senden wird. Wir hoffen auf andere Wege der Unterstützung", sagte Daniel Coats, dem "Handelsblatt". Der US-Botschafter in Deutschland verlangt jedoch einen größeren Beitrag Europas zur Verbesserung der transatlantischen Beziehungen.

Dazu erklärte Coats: "Ich glaube, dass positive Schritte jetzt auch von europäischer Seite kommen müssen." Dabei verwies er auf die Bemühungen der USA in diese Richtung: "Denken Sie an die Einladung des Bundeskanzlers nach Washington Anfang des Jahres oder die Ermutigung für die Vermittlung der drei EU-Außenminister im Atomstreit mit Iran."

Zu Berichten, wonach er Ambitionen auf die Nachfolge von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld haben soll, hielt sich Coats bedeckt. Die Darstellung in vielen Medien sei nicht korrekt, und er habe nichts getan, um diese Spekulationen zu ermutigen.

Bei einem konkreten Angebot wäre er aber durchaus offen: "Man sagt nie nie zum US-Präsidenten. Falls er mich fragen würde, ob ich zu seinem Team gehören möchte, würde ich dies sicher ernsthaft erwägen. Es stimmt, ich habe viel Erfahrung in Sicherheitsfragen - aber das gilt für viele", sagte er laut der Zeitung. In jedem Fall wolle er nach Ende seiner Amtsperiode als Botschafter Anfang 2005 in die USA zurückkehren.

Struck sagte im ZDF, er habe keine Probleme damit, wenn Rumsfeld im Amt bleibt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe man sich aneinander gewöhnt. "Wir haben beide die gleiche raue Art", erklärte der SPD-Politiker. Insofern werde bei den Treffen immer Klartext gesprochen. Die deutsch-amerikanischen Beziehungen seien - abgesehen von der unterschiedlichen Auffassung zum Irak - völlig intakt.

Struck sagte weiter, die amerikanische Regierung wisse auch, wo Deutschland bereits hilft, und verwies auf das Engagement in Nachbarländern Iraks und die finanzielle Unterstützung.



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