Trauer um Bundeswehrsoldaten "Gefühl der Ohnmacht"

Mehrere hundert Soldaten der Afghanistan-Schutztruppe Isaf haben Abschied von den vier bei einem Anschlag getöteten Bundeswehrsoldaten genommen. Die Leichen sollen am Nachmittag in Deutschland eintreffen.



Kabul - Nach der Trauerfeier fuhren vier mit schwarzen Tüchern überzogene Militärlastwagen mit den vier Holzsärgen zum Kabuler Flughafen, von wo aus die Toten nach Deutschland übergeführt werden sollen. Sie sollen über Usbekistan nach Köln-Wahn geflogen werden, wo am Nachmittag eine weitere Trauerfeier geplant ist.

"Ihr Tod lässt uns mit einem Gefühl der Ohnmacht zurück", sagte der niederländische Brigadegeneral Robert Bertholee, der amtierende Kommandeur der 5000 Mann starken Isaf-Truppe, in seiner Ansprache. "Es gibt kaum eine Möglichkeit, uns gegen eine solch feige Tat wie diese zu schützen."

Bei dem bisher schwersten Anschlag auf die Isaf-Truppen waren vier Bundeswehrsoldaten in einem Bus ums Leben gekommen. 29 Kameraden, die nach einem sechsmonatigen Einsatz in Afghanistan auf dem Weg zum Flughafen waren, wurden verletzt, ebenso bis zu zehn afghanische Passanten. Auch der Fahrer des Taxis, in dem neben dem Bus die Sprengladung zur Explosion gebracht wurde, kam ums Leben. Als Urheber des Anschlags werden Mitglieder des Terrornetzwerks al-Qaida, Anhänger des 2001 gestürzten Taliban-Regimes oder Kämpfer des Milizenführers Gulbuddin Hekmatjar vermutet.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen, Winfried Nachtwei, sieht auch nach dem Attentat keine Versäumnisse bei der Sicherheitseinschätzung der Bundeswehr. "Es wurde tatsächlich schon seit etlichen Monaten mit der Gefahr von Anschlägen gerechnet", sagte Nachtwei im InfoRadio Berlin-Brandenburg.

Auch die Taktik der Bundeswehr, den Kontakt mit der afghanischen Zivilbevölkerung zu suchen, sei richtig. "Die Bundeswehr will im Rahmen von Isaf eine Friedenstruppe sein, wo es entscheidend darauf ankommt, einigermaßen offen gegenüber der Bevölkerung aufzutreten und dadurch Vertrauen zu bilden. Das stellt auch einen Teil der politischen Sicherheit dieses Kontingents dar", sagte Nachtwei.