Trauerfeier Hunderte erweisen Möllemann die letzte Ehre

Hunderte von Menschen haben heute Abschied von Jürgen Möllemann genommen. Vor der Friedhofskapelle mit dem aufgebahrten Sarg des zu Tode gestürzten Ex-FDP-Spitzenpolitikers bildeten sich lange Schlangen. Bei der anschließenden Trauerfeier waren offizielle Vertreter der Politik unerwünscht.


Trauer um Jürgen Möllemann: Sarg in Münsteraner Friedhofskapelle
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Trauer um Jürgen Möllemann: Sarg in Münsteraner Friedhofskapelle

Münster - Rund 1500 Trauernde kamen in die Kapelle des Münsteraner Zentralfriedhofs. Kurz nach Öffnung der Kapelle hatten sich lange Schlangen vor den Kondolenzbüchern gebildet. Der helle Holzsarg war von Trauergebinden des Bundespräsidenten, des Bundestagspräsidenten und der Bundesregierung gesäumt. Möllemanns Ehefrau Carola Möllemann-Appelhoff sei sehr bewegt über die überwältigende Anteilnahme aus allen Teilen der Bevölkerung, sagte Uwe Tönningsen, ein Freund der Familie.

An der Trauerfeier und der anschließenden Beerdigung nahmen nur insgesamt 120 geladene Gäste teil. Unter ihnen befanden sich neben Möllemanns Witwe und seinen drei Töchtern der FDP-Ehrenvorsitzende Hans-Dietrich Genscher, Schalke-04-Manager Rudi Assauer, Vereinspräsident Gerd Rehberg und FDP-Politiker Wolfgang Kubicki. Offizielle Vertreter von Regierung, Parlamenten oder Parteien kamen auf Wunsch der Hinterbliebenen nicht zu der Trauerfeier. Auch FDP-Chef Guido Westerwelle blieb der Zeremonie auf Bitte der Familie fern.

Zahlreiche Trauergäste trugen sich ins Kondolenzbuch ein
DPA

Zahlreiche Trauergäste trugen sich ins Kondolenzbuch ein

Am Sarg mit der Leiche Möllemanns nahm auch Jamal Karsli Abschied von seinem einstigen politischen Weggefährten. Karsli, früheres Mitglied der FDP-Landtagsfraktion in Düsseldorf, gilt als einer der Auslöser für das Zerwürfnis Möllemanns mit der FDP. Der gebürtige Syrer war mit Billigung Möllemanns mit Israel-kritischen Äußerungen aufgefallen. Karsli sagte am Freitag, Deutschland habe mit Möllemann einen großen Politiker und Kämpfer für den Frieden verloren.



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