Trotz Mail-Affäre Petke will CDU-Landesvorsitzender werden

Einen Tag nach seinem Rücktritt als Generalsekretär kündigte Sven Petke seine Kandidatur für den Landesvorsitz der CDU Brandenburgs an. Er stellt sich damit gegen Jörg Schönbohm - der märkischen Union steht eine Zerreißprobe bevor.


Potsdam - "Demokratie lebt von Alternativen", sagte Petke. Er setze auf ein faires und offenes Verfahren. Mit seiner Kandidatur stellt sich der 38-Jährige gegen den 69 Jahre alten Schönbohm, der Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) als Nachfolger favorisiert.

Der Wahlparteitag ist für das erste Quartal nächsten Jahres geplant. Innenminister Schönbohm hatte schon im vergangenen Jahr bekannt gegeben, 2007 nicht mehr für den Parteivorsitz zu kandidieren. Der ursprünglich für den 11. November 2006 geplante Programmparteitag wurde in das nächste Jahr verschoben. Der märkischen CDU stehen nun Grabenkämpfe der beiden Lager bevor.

Anlass für Petkes Rücktritt vom Generalsekretärs-Posten war der Vorwurf des ehemaligen Internetdienstleisters der CDU, Daniel Schoenland, Petke und Landesgeschäftsführer Rico Nelte hätten die elektronische Post von CDU-Vorstandsmitgliedern ohne deren Wissen überwacht. Nelte wurde bis zur Aufklärung der Vorwürfe beurlaubt.

Unterstützung für Petkes Kandidatur kam bereits aus dem Kreisverband Teltow-Fläming. "Endlich gibt es einen Kandidaten in der CDU-Brandenburg, der bereit und fähig ist, die Nachfolge von Jörg Schönbohm als Landesvorsitzender anzutreten", teilte der Kreisvorsitzende Danny Eichelbaum mit.

jto/dpa



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