Nach Trump-Wahl Deutsche Parteien mit Mitgliederzuwachs

Die Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten könnte für SPD, Grüne und Linke zumindest einen positiven Effekt gehabt haben: Hunderte neue Mitglieder. Doch nicht alle Parteien können sich freuen.
Trump in Iowa

Trump in Iowa

Foto: Steve Pope/ AFP

Mehr als 270 Beitritte in fünf Tagen: Der Wahlsieg von Donald Trump in den USA hat womöglich der Linkspartei in Deutschland zu neuen Parteimitgliedern verholfen. Auch die Grünen verzeichnen im November einen generellen Anstieg. Allein in den Tagen nach der US-Wahl seien mehr als 250 Beitritte online eingereicht worden, teilte ein Parteisprecher mit. Dies berücksichtige nicht die postalischen Eintritte.

Noch deutlicher aber legten die Sozialdemokraten zu: SPD-Generalsekretärin Katarina Barley sprach von rund 1900 Neumitgliedern allein im November. Das seien fast doppelt so viele wie in den Monaten zuvor.

Grund für den Zuwachs bei den Parteien links der Mitte sei auch der Wunsch der Bürger, sich stärker gegen Rechtsextremismus einzusetzen, sagte Barley. "Viele Menschen merken angesichts des lauter werdenden Rechtsnationalismus in Europa und der Welt, wie wichtig es ist, sich für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu engagieren."

Die Konservativen wie CDU und CSU spürten hingegen keinen Trump-Effekt. Die Eintritte bewegen sich nach eigenen Angaben im Schnitt der Vormonate. Bei der CDU hätten die Neueintritte mit 945 im November sogar unterhalb des normalen monatlichen Schnitts von etwas mehr als 1000 gelegen, hieß es aus der Parteizentrale. Die AfD gab an, monatlich durchschnittlich 50 neue Mitglieder zu gewinnen.

vks/Reuters
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