Nach Trump-Wahl Deutsche Parteien mit Mitgliederzuwachs

Die Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten könnte für SPD, Grüne und Linke zumindest einen positiven Effekt gehabt haben: Hunderte neue Mitglieder. Doch nicht alle Parteien können sich freuen.

Trump in Iowa
AFP

Trump in Iowa


Mehr als 270 Beitritte in fünf Tagen: Der Wahlsieg von Donald Trump in den USA hat womöglich der Linkspartei in Deutschland zu neuen Parteimitgliedern verholfen. Auch die Grünen verzeichnen im November einen generellen Anstieg. Allein in den Tagen nach der US-Wahl seien mehr als 250 Beitritte online eingereicht worden, teilte ein Parteisprecher mit. Dies berücksichtige nicht die postalischen Eintritte.

Noch deutlicher aber legten die Sozialdemokraten zu: SPD-Generalsekretärin Katarina Barley sprach von rund 1900 Neumitgliedern allein im November. Das seien fast doppelt so viele wie in den Monaten zuvor.

Grund für den Zuwachs bei den Parteien links der Mitte sei auch der Wunsch der Bürger, sich stärker gegen Rechtsextremismus einzusetzen, sagte Barley. "Viele Menschen merken angesichts des lauter werdenden Rechtsnationalismus in Europa und der Welt, wie wichtig es ist, sich für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu engagieren."

Die Konservativen wie CDU und CSU spürten hingegen keinen Trump-Effekt. Die Eintritte bewegen sich nach eigenen Angaben im Schnitt der Vormonate. Bei der CDU hätten die Neueintritte mit 945 im November sogar unterhalb des normalen monatlichen Schnitts von etwas mehr als 1000 gelegen, hieß es aus der Parteizentrale. Die AfD gab an, monatlich durchschnittlich 50 neue Mitglieder zu gewinnen.

vks/Reuters



insgesamt 43 Beiträge
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Nordstadtbewohner 12.12.2016
1. Trugschluss.
Seit der Jahrtausendwende hat sich die Mitgliederzahl der im Bundestag vertretenen Parteien deutlich verringert und zwar deutlich. Dazu kommt, dass den Eintritten auch Austritte gegenüberstehen. Zitat Wikipedia auf Basis von rp-online: "Nach der Bestandsangabe vom Mai 2011 hat die SPD eine knappe halbe Million Mitglieder und somit den niedrigsten Stand seit über 100 Jahren erreicht.[26] 44 % der SPD-Mitglieder sind älter als 60 Jahre, 6 % sind jünger als 29 Jahre." Wer mal eine Veranstaltung der SPD (aber auch anderer Parteien) besucht hat, wird schnell feststellen, wie überaltert die Mitgliederstrukturen sind. Und das ist nicht ausschließlich ein Ergebnis des demografischen Wandels, sondern der massiven Parteiaustritte in den letzten 20 Jahren. Dass die Eintrittswelle durch Trump (wenn dem wirklich so ist) von Dauer ist, wage ich zu bezweifeln. Da sollte man in der Politik und den Medien ehrlicher sein.
GoaSkin 12.12.2016
2. immerhin wächst das Interesse am politischen Engagement wieder
Die jüngeren Leute scheinen langsam wieder zu begreifen, dass man sich schon selbst politisch engagieren muss und in den Parteien Akzente setzen, statt ernsthaft zu glauben, das politische Geschehen durch Online-Petitionen und Facebook-Äußerungen großartig beeinflussen zu können. Doch ein Grund zur Ernüchterng ist das noch nicht. Bei uns in der Stadt beispielsweise liegt von Grün bis CDU bei sämtlichen Parteien der Altersdurchschnitt jeweils jenseits der 60.
amerlogk 12.12.2016
3.
Stimmt bei den Grünen nicht. +13.000 oder zirka +25% Mitglieder von 2000 zu 2015. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/192243/umfrage/mitgliederentwicklung-der-gruenen/
ktomy69 12.12.2016
4. Stärkung der Demokratie
Es ist schön zu lesen, dass sich wieder mehr politisch engagieren möchten. Das ist sehr wichtig und richtig. Ich gehe mich morgen auch in einer Partei meiner Wahl anmelden.
n.wemhoener 12.12.2016
5.
Kein Wunder, wenn sich der Mitgliederzuwachs bei den Konservativen in Grenzen hält, weil die Union uneinig ist, wie lange nicht. Seehofer lobt den Rechtsschwenk der CDU , und Laschet warnt vor einem Rechtsruck der CDU.
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