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Ziel Armenien Türkei blockiert Bundeswehrflug

Ein neuer Eklat belastet die deutsch-türkischen Beziehungen. Nach SPIEGEL-Informationen verweigerte die Türkei Ende Juli einem Bundeswehrflugzeug den Überflug. Hintergrund ist ein altes Streitthema.
aus DER SPIEGEL 36/2020
Truppentransporter der Luftwaffe (Archivbild)

Truppentransporter der Luftwaffe (Archivbild)

Foto: Oliver Berg/ dpa

Die Türkei hat Ende Juli eine Bundeswehrmission blockiert. Nach SPIEGEL-Informationen verweigerten türkische Fluglotsen einem in Köln gestarteten Truppentransporter der Luftwaffe spontan und ohne Begründung den Überflug. Der graue Airbus 310 musste zur Basis zurückkehren. 

Eigentlich war die Maschine auf dem Weg nach Eriwan, um dort armenische Soldaten abzuholen, die in Deutschland ausgebildet werden sollen. Die Bundeswehr kooperiert auf militärischer Ebene mit Armenien, die Soldaten beider Länder sind gemeinsam in Afghanistan im Einsatz. 

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Die Bundeswehr geht davon aus, dass der Nato-Partner Türkei den Bundeswehrflug wegen seines Ziels gestoppt hat. Die Türkei unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Armenien. Zudem bestreitet Ankara bis heute den Völkermord an bis zu eineinhalb Millionen Armeniern ab 1915. Die Türkei hatte Deutschland massiv kritisiert, weil der Bundestag den Völkermord als erwiesen dargestellt hatte. 

Im Streit um den Überflug lenkte Ankara auch später nicht ein. Folglich musste die Luftwaffe Mitte August eine weitaus längere Flugroute über Russland wählen, um die Soldaten abzuholen. 

Militärmaschinen den Überflug zu verweigern, ist eine beliebte Strafaktion autokratischer Staaten. Unter Nato-Partnern gilt die Genehmigung dagegen eigentlich als Routine. Daher werten deutsche Militärs den Vorfall als bewusste Provokation Ankaras. 

mgb
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