Türkei Offenbar kein Interesse an "Leo 2"

Vor gut einem Jahr wäre die rot-grüne Koalition fast an der Diskussion über die Lieferung von "Leopard 2"-Panzern an die Türkei zerbrochen. Jetzt will der Nato-Partner die schweren Geschütze aus Deutschland anscheinend gar nicht mehr haben.


Umstrittener Export-Artikel: der Kampfpanzer Leopard 2
AP

Umstrittener Export-Artikel: der Kampfpanzer Leopard 2

Hamburg - Laut "Bild" plant Ankara stattdessen die Modernisierung von 700 alten US-Panzern der türkischen Armee vom Typ M-60 durch israelische Techniker. Die Panzer sollen demnach neue Motoren und Nachtsichtgeräte erhalten. Die Türkei testete bislang vier ausländische Panzer, darunter den deutschen "Leopard 2", im Rahmen einer Ausschreibung für ein Joint Venture zum Bau von 1000 Kampfpanzern. Die Bundesregierung erklärte jedoch mehrfach, die Türkei könne wegen der schlechten Menschenrechtslage derzeit nicht mit einer Ausfuhrgenehmigung rechnen.

Der Streit um das Panzergeschäft mit der Türkei hatte im Herbst 1999 zu einer schweren Koalitionskrise in der Bundesregierung geführt. Damals hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gegen den Widerstand von Außenminister Joschka Fischer (Grüne) im Bundessicherheitsrat die Genehmigung für die Lieferung eines "Leopard"-Testpanzers an die Türkei durchgesetzt, der dann im Januar vergangenen Jahres geliefert wurde.



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