Wahl der Auslandstürken Erdogan holt in deutschen Städten Spitzenwerte

In einigen deutschen Städten bekam Erdogan bis zu 80 Prozent der türkischen Wählerstimmen. Allerdings war die Wahlbeteiligung insgesamt niedrig.

Ankara - Eine Großteil der in Deutschland lebenden Türken, die sich an der Präsidentschaftwahl beteiligten, hat für Recep Tayyip Erdogan gestimmt. In mehreren deutschen Großstädten erreichte Erdogan die absolute Mehrheit, in einigen Städten kam er sogar auf Spitzenwerte zwischen 70 und 80 Prozent.

Deutschlandweit stimmten 69 Prozent der Türken, die wählen gingen, für den Sieger Erdogan. Das berichten die Erdogan-nahe Website "Daily Sabah"  und eine Website des türkischen Staatssenders TRT . Ein amtliches Endergebnis wird im Laufe des Montags erwartet.

Die vorläufigen Werte für die in Deutschland lebenden Türken verteilen sich wie folgt:

  • Den Berichten zufolge kam Erdogan in Berlin auf knapp 55 Prozent.
  • In Frankfurt, München und Hannover erreichte Erdogan rund 65 Prozent.
  • Noch höhere Werte erzielte Erdogan anscheinend in Karlsruhe (70 Prozent) und Düsseldorf (73 Prozent). In der Ruhrstadt Essen kam Erdogan demnach sogar auf fast 80 Prozent der abgegebenen Stimmen.

"Daily Sabah" zufolge sitzen am wenigsten Erdogan-Anhänger in München und Berlin. In diesen Städten sei Erdogans wichtigster Herausforderer Ekmeleddin Ihsanoglu immerhin auf rund ein Drittel der Stimmen gekommen, berichtet die Seite.

Die gesamte Wahlbeteiligung in Deutschland gab die türkische Botschaft mit 8,1 Prozent an. In absoluten Zahlen stimmten den Angaben zufolge knapp 38.000 in Deutschland lebende Türken für Erdogan. An zweiter Stelle lag sein Herausforderer Ihsanoglu mit 23,5 Prozent. Mit gut sieben Prozent der deutschlandweit abgegebenen Stimmen landete Kandidat Selahattin Demirtas auf Platz drei.

Wahlbeteiligung im Ausland unter zehn Prozent

Unter allen Auslandstürken konnte Erdogan nach vorläufigen Zahlen etwa 65 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen. Diese Zustimmung im Ausland wäre überdurchschnittlich gut, denn in der Türkei selbst kam Erdogan nach derzeitigen Berechnungen auf 52 Prozent.

Allerdings fiel die Wahlbeteiligung der Auslandstürken nicht nur in Deutschland sehr niedrig aus. Rund 2,8 Millionen im Ausland lebende türkische Bürger waren aufgerufen, bei der Präsidentschaftswahl mitzumachen. Von ihrem Wahlrecht machten aber nur 8,3 Prozent von ihnen Gebrauch.

Im vorläufigen Ländervergleich erzielte Erdogan sein bestes Ergebnis in Österreich, wo für Erdogan anscheinend fast 80 Prozent der Wähler für den AKP-Chef stimmten . In Frankreich wählten 66 Prozent der Türken, die ihre Stimme abgaben, Erdogan. Die Wahlergebnisse weichen je nach Quelle momentan noch stark voneinander ab. Offizielle Ergebnisse will die türkische Wahlkommission bald verkünden.

Ein Grund für die niedrige Wahlbeteiligung könnten die umständlichen Bedingungen gewesen sein. In Deutschland etwa war eine Briefwahl nicht möglich, stattdessen wurden in mehreren Städten Stimmabgabestellen eingerichtet. Anschließend wurden die Wahlzettel per Flugzeug in die Türkei geflogen und ausgezählt.

amz