TV-Duell Schröder und Stoiber spielen Bedeutung herunter




Berlin – "Es wird nicht die Bedeutung wie in Amerika erhalten", sagte Bundekanzler Gerhard Schröder laut `Kölner Stadtanzeiger". Seiner Ansicht nach lässt sich "von der Schlagfertigkeit im 90-Sekunden-Takt nicht auf die Regierungsfähigkeit der Beteiligten schließen". Darum sei es gut, dass sich die "für uns erfreuliche Bewegung in den Meinungsumfragen" schon vor dem Duell zeige.

Sein Kontrahent Edmund Stoiber sagte der "Welt am Sonntag", dass in Deutschland im Gegensatz zu den USA nicht Personen, sondern Parteien gewählt würden. Außerdem ließen sich die Auswirkungen der Duelle auf den Wahlausgang nur schwer einschätzen. "Das kann niemand wirklich beurteilen, weil diese Form der Auseinandersetzung etwas völlig Neues ist", sagte der bayerische Ministerpräsident.

Nach Einschätzung von CDU-Vizechef Christian Wulff werden die Duelle kaum Einfluss auf den Ausgang der Bundestagswahl haben. "Wenn es keine groben Schnitzer gibt, bleibt der Auftritt weitgehend folgenlos", sagte Wulff der "Märkischen Allgemeinen". SPD-Generalsekretär Franz Müntefering begrüßte, dass das Fernsehen seinen Beitrag zur Auseinandersetzung zwischen den Kandidaten leiste. Das Duell könne bei der Vertrauensbildung eine Rolle spielen, sagte er laut Bremer "Kurier am Sonntag". "Aber die Auswirkungen der TV-Duelle wird man ganz sicher nicht in Prozenten am Wahltag messen können." 330 Journalisten und 250 Prominente werden nach Angaben der Sender SAT.1 und RTL das Duell vor Ort verfolgen. Nach dem Ende der Sendung, ab 21.45 Uhr, werden neben RTL und Sat.1 auch bei ARD, ZDF, Phoenix und n-tv Experten den ersten verbalen Schlagabtausch analysieren.

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