Twitter-Ärger im Reichstag SPD prüft Einrichtung von Handy-Störsendern

SMS aus geheimen Sitzungen, das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl vorab im Netz - damit soll nach dem Willen der SPD bald Schluss sein. Die Fraktion lässt nach SPIEGEL-Informationen die Einrichtung von Störsendern für Mobiltelefone prüfen.

Berlin - Im Bundestag sorgt der Nachrichtendienst Twitter seit Tagen für Unruhe. Bei der Bundespräsidentenwahl hatten die CDU-Abgeordnete Julia Klöckner und SPD-Mann Ulrich Kelber das Ergebnis vorab öffentlich gemacht. Und bei der Fraktionssitzung am vorigen Dienstag erwischte SPD-Fraktionschef Peter Struck mehrere Abgeordnete, die aus der vertraulichen Sitzung heraus Nachrichten verschickten.

Um die Verbreitung geheimer Nachrichten zu erschweren, prüft die SPD-Bundestagsfraktion nach SPIEGEL-Informationen nun die Einrichtung von Handy-Störsendern im Reichstag.

"Wir wollen wissen, ob das technisch machbar wäre", sagt Christian Lange, SPD-Mitglied im Ältestenrat des Bundestags. Dabei sollten auch mögliche Erfahrungen mit Störsendern in den Parlamenten anderer Länder ausgewertet werden.

Twitter ist ein Dienst, der es Nutzern ermöglicht, Kurznachrichten von ihrem Handy direkt ins Internet zu stellen und so für jedermann zugänglich zu machen.

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